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Jeschurun · 1927-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1927) · p. Seite 441

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1927)
Date
1927-07-01
Page
Seite 441 (sequence 113)
Language
German
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Wohin gehst Du? 441 erreicht — und dies Ziel erstreben wir ja alle. Die Frage der jüdischen Zukunft wird nur gelöst durch die Schaffung vollendeter jüdischer Menschen. Dafür zu wirken — in dem kleinen Rahmen, der ihm naturgemäss gesetzt sein kann, — hat der Jeschurun als Ziel vor Augen. Aber bei alledem hast Du zu einem Teile recht. Es könnte wirklich mehr Aktuelles behandelt werden. Nur dass Dein Vergleich mit den katholischen Revuen abwegig ist. Hinter diesen stehen Millionen und eine unübersehbare Schar vcn Mitarbeitern. Die Herren und die Damen, die Du für mich bemühen willst, sind nicht so dicht gesät. Gerade viele der Geeignetsten vermögen heutzutage aus ihrer Einstellung nicht heraus. Sie bieten — gegen Dein Fragezeichen möchte ich doch ernstlich Verwahrung einlegen — von ihrem Standpunkt in ihren Organen Gutes, oft nach Inhalt und Form Vollendetes. Von der Jugend erhoffe ich ein Mehr für die Erfüllung Deiner Wünsche. Mit Dank für Deine Anregung Dein Jeschurun. B&cherbesprechungen. Josef Roth, Juden auf Wanderung (Verlag Die Schmiede, 4. Band der Reihe ״Berichte aus der Wirklichkeit“, Berlin). Es wäre entschieden irreführend, bei diesem Büchlein von der Bescheidenheit des Umfangs auf die Bescheidenheit des Inhalts za schliessen. Den hier gesammelten Skizzen (die z. T. als Feuilletons in der ״Frankfurter Zeitung“ erschienen sind) könnte man mit Fug den ansprachsvollen Untertitel Stadien geben, wenn nicht ihre aphoristische Gedrängtheit und Ungebundenheit diesen Titel verbieten würde. Der Verfasser möchte sie lediglich als schlichte ״Berichte über Gesehenes* gewertet wissen. Wir haben nach dem Weltkriege ausführliche Schilderungen über unsere Brüder im Osten bekommen, teils in schöngeistiger, teils essayistischer Form, mit Bildern und ohne (Gronemann, Döblin, A. Zweig, Struck u. a.), teils haben The&tertruppen uns Eindrücke vermittelt, bald waren diese Berichte burlesk* satirisch, bald stark idealisiert, bald problemhaft-apologisierend. Dieses Büchlein bringt zum ersten Male von einem wahrheitsuchenden leidenschaftlosen Beobachter eine Reihe bemerkenswerter Momentaufnahmen und Berichte über Ostjuden auf Wanderung, d. h. über das Leben 8

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