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Jeschurun · 1927-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1927) · p. Seite 440

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1927)
Date
1927-07-01
Page
Seite 440 (sequence 112)
Language
German
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440 Wohin gehst Da? Du siehst, ich werde, wenn ich auf die jüdische Politik zu sprechen komme, bitter. Ich will vorweg bemerken, dass es nicht ganz so trostlos hier in Deutschland ist. In nächstem Hefte bringe ich etwas über eine Jugendbewegung, die obwohl ihre Mitglieder eine jüdisch-politische Meinung haben und in einzelnen Vertretern auch mit Begeisterung verfechten, dennoch eine Arbeitsgemeinschaft zu bilden sich bestrebt, die ihre Hauptkraft auf die Innenbildung des jüdischen Menschen konzentriert. Und noch eins! Wenn in der jüdischen Politik in allen Lagern soviel Köpfe, unantastbare Charaktere und zweifellos gute Jehudim tätig sind, 80 werden ja wohl der Wege viele nötig sein, um aus dem Widerstreit der Kräfte den Fortschritt und die Besserung erstehen zu lassen. Nichts liegt dem Jeschurun ferner als abzuurteilen und zu verurteilen. Nur glaubt er dem Ideale der jüdischen Vervollkommnung auf einem anderen Wege besser dienen zu können. Denn sieh, lieber Hakohen, und das ist das Dritte! Du hast den Sinn meines Untertitels nicht erfasst, obwohl er in dem allerersten Heft, das ich herausbrachte, und noch sonst des Oefteren deutlich genug erklärt war. ״Leben im Judentum״ das bedeutet mir nicht: der Kampf sich befehdender Parteien, nicht einmal der Streit für grundlegende Prinzipien, das wäre ev. noch unter ״Lehre״ zu subsumieren. Nein, es ist die Arbeit des jüdischen Menschen an seinem eigenen Inneren, die so uhendlich viel Mühe kostet, das Lauschen auf die Stimme des göttlichen Teiles in uns, die unter dem betäubenden Waffengeklirr allmählich völlig verstummt. Das ist nicht Pietismus und nicht Quietismus, das erfordert höchste Aktivität aller Seelenkräfte. Und wenn diese gebunden werden durch Arbeit nach aussen, dann mögen Erfolge nach aussen erzielt werden, das Höchste, das Heiligste, das Endziel kommt nicht zu seinem Rechte. Und dies ist meine höchst unmassgebliche Meinung: Wäre alle Kraft, die von jenen Männern eisernen Willens, bewundemswerter Arbeitsfreudigkeit, unerschütterlicher Pflichtentreue geleistet wird, auf die Bildung einzelner jüdischer Menschen verwandt, es wäre mit dieser Kleinarbeit mehr für die Geula

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