Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1927)
- Date
- 1927-07-01
- Page
- Seite 429 (sequence 101)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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ילד Zu Psalm 115 4 *Zu Psalm 115. Von Rabbiner Dr. S. Eaatz, Hindenburg 0/8. ״Nicht die Toten loben Gott, nicht die alle, die in Grabesstille hinabsteigen. Wir aber preisen Gott von non an bis in Ewigkeit. Halleluja.“ Ps. 115, 17, 18. I. Wenn die Toten Gott nicht loben, ,wie kann da der gotterleuchtete Sänger, dessen Seele dieses Bekenntnis entströmt, sagen, dass er Gott von nun an bis in Ewigkeit preisen werde? Bis in Ewigkeit? Aber er wird doch sterben, zu den Toten, zu den in Grabesstille Hinabgestiegenen gehören und dann Gott nicht mehr preisen können? Oder wenn er glaubt, dass er Gott bis in Ewigkeit, also Ober seinen Tod hinaus preisen werde, wie stimmt das zu dem Satze, dass die Toten Gott nicht loben? Eine Bibelwissenschaft voll von Gelehrsamkeit und Logik hat aus dem Vordersatz gefolgert, dass sein Verfasser nicht an die Unsterblichkeit des Menschen glaube. Aber sie hätte konsequenterweise aus dem Nachsatz folgern mfissen, dass er nicht an den Tod des Menschen, an sein Hinabsteigen in Grabesstille glaube. Die beiden Sätze scheinen nicht nur miteinander, sondern auch mit Sätzen anderer Psalmen in Widerspruch zu stehen. So wird, um nur ein Beispiel von vielen zu nennen, in Psalm 148 gesungen, dass Gott gelobt wird von Sonne, Mond und Sternen, von Himmel und Wasser, von Erde, Ungeheuern und Fluten, von Feuer, Hagel, Schnee und Rauch, von Fruchtbaum und Zeder, von wilden Tieren und allen Vieh, von Gewürm und Geflügel . . ., also von allem Lebenden und Leblosen. Wird das von unserm. Vordersatz bestritten? Wird von ihm nicht anerkannt, was Psalm 22, 30 von Gott rühmt: ״Vor ihm beugen sich alle, die in den Staub hinabsteigen “? Aehnliches gilt für den Nachsatz: Stellt er die in zahllosen Variationen wiederholte Wahrheit in Abrede, dass ״der Mensch einem Hauche gleicht