Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1927)
- Date
- 1927-07-01
- Page
- Seite 427 (sequence 99)
- Language
- German
- Belongs to
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,Die Schrift und das Wort' 427 bloss als Folge der Aufklärung. In seinem Werke spricht er davon, dass dieselben Männer, die bei ihrem Lernen soviel Geist auf die tiefe Erfassung der Gedanken wenden, das Gebet mit einer an Blasphemie grenzenden Oberflächlichkeit, nur als angelernte Menschensatzung üben. Und weil er nicht nur die teilweise oder ganz Assimilierten als gefährdet ansah, schrieb er sein Werk in hebräischer Sprache. Er hat demgemäss keinen Moment n u r an das deutsche Judentum gedacht. Ausser diesen beiden Werken sind noch zwei Approbationen und ein Versuch einer Correspondenz zu nennen. Im Jahre 1839 nach dem Erscheinen seines Werkes sandte er ein Exemplar mit einer Widmung an S. D. Luzzatto. Er bittet darin den weltbekannten Hebraisten um seine Freundschaft. Luzzatto, durch die sehr zahlreichen Berufswissenschaftler ausgenutzt und enttäuscht, lehnte die Anknüpfung einer neuen Verbindung ab. Doch erkennt er die selbstlose Art Mecklenburgs an, mit der dieser Luzzattos Erklärungen in sein Werk aufgenommen. Nichts ist aber charakteristischer für seine Bescheidenheit als seine Approbation zu der Biographie Elijahu Wilnas. Er will zum Ruhme des Mannes, der in seinen Augen der glänzendste Vertreter des alten Judentums war, dessen exegetischen Leistungen im Interesse der gemeinsamen grossen Sache er so viel Platz in seinem Kommentar eingeräumt hat, nur anonym mit seinem Beitrag vertreten sein. Doch veröffentlichten die Herausgeber den Brief des »deutschen Gaons“ als Approbation. Für seine jüdisch-politische Weltanschauung bezeichnend ist die Approbation zu dem ersten zionistischen Werk des XIX. Jahrhunderts, dem Drischath Zion von Z. Kalischer. Im hohen Alter stimmt er als halachische Kapazität Ostdeutschlands ohne jede Einschränkung einem Werke zu, das ganz neue Perspektiven für die •Erlösung des jüdischen Landes durch das jüdische Volk eröffnete. Für das alte Judentum war freilich die Frage des Tempels, der Opfer und der politische Aufbau des heiligen Landes den Traditionen entsprechender nnd nicht eigentlich eine revolutionäre Idee. Immerhin war die Forderung einer Umge-