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Jeschurun · 1927-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1927) · p. Seite 423

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1927)
Date
1927-07-01
Page
Seite 423 (sequence 95)
Language
German
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״Die Schrift und das Wort“ 42S Sätzen wertvoller als die späteren Ausgaben, sie wird auch viel mehr der wissenschaftlichen Aufgabe des Werkes gerecht. Auf streng philologischer Grundlage soll bewiesen werden, dass in der Schrift der Bibel sprachlich die in der mündlichen Ueberlieferung gegebene Erklärung einbegriffen ist. Mit dem angeblichen Gegensätze des sprachlichen Sinnes der Bibel zu dem Ueberlieferten begründeten ja fast alle Gegner des rabbinischen Judentums ihre Hypothesen. Es lässt sich freilich nicht läugnen, dass neben grammatikalisch gut begründeten Gedanken auch wissenschaftlich gewagte Hypothesen bei M. uns begegnen. Einige Beispiele sollen wenigstens angeführt werden, wo M. durch eine schlichte sprachliche Bemerkung viel zur Hebung der Schwierigkeiten beiträgt. In der bekannten Ueberlieferung zu Exod. XI 23 f. (und wenn ein Unglück geschehen, sollst Du geben Leben für Leben, Auge für Auge usw.) meint er, dass der von den Gegnern der Tradition akzeptierte vermeintliche wörtliche Sinn gerade sprachlich unmöglich ist, denn im Hebräischen kann für Töten nicht das Wort ונתת stehen, ״das Leben geben“, sondern nur ״ ,ולקחתdas Leben nehmen“. Daher der allein rechte Sinn: einen Gegenstand als Ersatz ״geben“. Auch ist תחת als Hauptwort im Sinne von ״Ersatz“ zu belegen. So übersetzt auch Cosmann (zweite Auflage Königsberg 1852): ״Ist aber Schaden geschehen, so gebe, ist’s Leben, den Ersatz des Lebens, ist’s Auge, Ersatz des Auges״. Mit einer einfachen sprachlichen Bemerkung löst er auch die Schwierigkeiten, die bei der Folgerung der Eidespflicht bei מודה במקצת entstehen. Den Satz כי הוא זה (Exod. 22, 8) übersetzt M. mit ״nur ist’s dieses“ und belegt mit mehreren Beispielen כי für ״nur, sondern“. Weitere Schwierigkeiten liegen in der halacbischen Streitfrage über הילך, die aber den Wert der knappen und leicht verständlichen Erklärung nicht schmälern (Vergl. auch S. R. Hirsch zur Stelle). Interessant ist seine Uebersetzung für טרפה (Exod. 22, 30) ״abnorm“, die er durch viele Belege stützt. Damit werden die ges. halachischen Konsequenzen, wie gewöhnliehe Krankheiten, חוץ למחיצתו usw., im wörtlichen Sinne ein-

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