Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1927)
- Date
- 1927-07-01
- Page
- Seite 384 (sequence 56)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2292929-2293050-2293054--09168-2302452- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
384 Beitrage zur talmudischen Methodologie Wird die סיפא der Boraita als unrichtig angesehen, wenn auch nicht an und für sich, so doch bzgl. des דוק, der sich aus ihr ergibt. An allen Stellen aber wird die Unrichtigkeit nicht gestrichen. Der Grund hierfür liegt darin, dass das Stehen der Unrichtigkeit an allen diesen Stellen erklärlich ist, durch ein leicht mögliches Versprechen oder Versehen. Schon Bacherl 2) ^schreibt: ״Der bab. Amora Chisda, der in R. H. 5 a unsere Formel anwendet, bedient sich im jerus. Talmud, Megilla 73 b 52 (angeführt Berach. 4d 37, Terum. 40 c, 27)J), eines andern sonst überhaupt nicht vorkommenden Ausdrucks, um dasselbe bu sagen, was in den angeführten Beispielen mit כדי נסבה gemeint ist. Auf die Frage nämlich, weshalb unter denen, die die Megilla nicht vorlesen dürfen in M. Megilla II, 4 auch der Taubstumme genannt sei, während doch von diesem hier überhaupt nicht die Bede sein könne, antwortet Chisda 3אשגרת לשון היא תניא. Er will damit sagen, dass in der Mischna der ״geläufige Ausdruck“, d. h. die stets vorkommende Gruppe חרש שומה וקטן beibehalten ist, ohne dass man daran dachte, dass sie so hier nicht am Platze ist“3). Tatsächlich kann nun an allen Stellen, wo sich der Terminus כדי נסבה findet, die Unrichtigkeit in der Quelle durch ein leicht erklärliches Versprechen oder Versehen herbeiführt worden sein. Rh. 5 a und Zeb 99 b konnte ohne weiteres פסח versehentlich in die Quelle geraten sein, da all die andern Gaben und Opfer, und die mit Recht, aufgezählt werden. Sota 19 b konnte עד שתקבל עליה שמעה dadurch versehentlich in die Quelle geraten, dass tatsächlich vor dem Bibelvers ואחר ישקה וכד alle drei Dinge in der Bibel angeführt werden. Bm 27 b erklärt bereits die oben zitierte Kommentarstelle des Rabbenu Chananel, dass סימנין nur אנב גררה in die Mischna geriet, d. h. dadurch, dass der דין von סיטנין, wird er gleich nicht aus der Bibel gefolgert, doch מדרבנן dem דין von תובעין gleichgestellt ist. Hör. 7 a wird irrtümlich eine erst noch zu erschliessende ]) a. a O. Seite 125 sab 3D1. 2I Die Stellen sind: Jerasehalmi Meg. 0״3 ת״ה; Teram. ה״ א x*c. 3) Die Wort Bachen: ״Auf die Frage ... nicht die Rede sein könne“ sind nicht richtig. VgL übrigens die Kommentatoren za den Jeraschalmistellen.