Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1927)
- Date
- 1927-07-01
- Page
- Seite 364 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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864 Die Stellung Schopenhauers zum Judentum auch von Gott wieder abberufen werden. Aber auch in der heiligen Schrift ist das Verbot des Selbstmordes angedeutet in den Worten: ״Auch das an euch selbst vergossene Blut werde ich fordern״ (I. B. M. 9, 5). — Schopenhauer sucht den Juden eben überall eins anzuhängen. Selbst ihr Bart hat es ihm an־ getan. ״Den Bart, sagt er, war man seit 200 Jahren nur an Juden, Kosaken, Kapuzinern, Gefangenen und Strassenräubern gewohnt. Die Rasur ist das Abzeichen der höheren Zivilisation, weil sie anzeigt, dass hier die tierische, rohe Gewalt dem Gesetz, der Ordnung und Gesittung hat weichen müssen.״ Dass eine Gemeinschaft, die eine 80 schlechte Religion und überhaupt soviele schlechte Eigenschaften aufzuweisen hat, auch im Staate nicht als vollwertig angesehen werden kann und darf, ist eigentlich selbstverständlich. Das Volk der Juden, sagt Sch., lebt parasitisch auf den anderen Völkern und ihrem Boden, ist aber nichtsdestoweniger vom lebhaftesten Patriotismus für die eigene Nation beseelt, der sich durch das festeste Zusammenhalten kundgibt. Das Vaterland des Juden sind die übrigen Juden, und es wäre deshalb falsch, ihnen einen Anteil an der Regierung oder Verwaltung irgend eines Staates einräumen zu wollen. Ihre Religion, meint er, ist dabei keineswegs die Hauptsache, sondern nur das Band, das sie Zusammenhalt. Dies zeige sich auch daran, dass auch der getaufte Jude nicht aus der Gemeinschaft der übrigen ausgestossen würde, vielmehr sogar bei dem regelmässigen Gebet der Juden, zu welchem zehn vereint sein müssen, mitgezahlt werden könne. Diese letztere Behauptung Schopenhauers ist natürlich grundfalsch. Er erklärt es auch für oberflächlich und unrichtig, wenn man die Juden nur als Religionssekte betrachtet, vielmehr sei ״jüdische Nation“ das Richtige. Sch. meint, dass man dem ganzen traglkomischen Unwesen auf die sanfteste Art von der Welt ein Ende machen könnte, indem man die Ehe zwischen Juden und Christen gestatte und begünstige, wodurch die Juden in kurzer Zeit verschwunden sein würden. Nicht aber dürfe man die Emanzipation so weit treiben, dass man ihnen Staatsrechte, also Teilnahme an der Verwaltung und Regierung christlicher Länder