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Jeschurun · 1927-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1927) · p. Seite 354

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1927)
Date
1927-07-01
Page
Seite 354 (sequence 26)
Language
German
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354 Die Stellung Schopenhauers zum Judentum Kosten nicht deckt. In seiner meisterhaften Darstellungskunst versteht er es, die Leiden der Welt in den düstersten Farben zu malen, und als Erlösung aus diesem Jammer bezeichnet er 3 die gänzliche Verneinung des Willens, die äusserste Askese. % Seine Stellung zur Religion bringt er selbst an einer Stelle klar H und deutlich zum Ausdruck, weshalb ich sie wörtlich anführe: ״Den Fundamentalunterschied aller Religionen kann ich nicht, 1f wie durchgängig geschieht, darin setzen, ob sie monotheistisch, polytheistisch, pantheistisch oder atheistisch sind, sondern nur | darin, ob sie optimistisch oder pessimistisch sind, d. h. ob sie | das Dasein dieser Welt als durch sich selbst gerechtfertigt dar־ stellen, mithin es loben und preisen, oder aber es betrachten als etwas, das nur als Folge unserer Schuld begriffen werden j kann und daher eigentlich nicht sein sollte, indem sie erkennen, - dass Schmerz und Tod nicht liegen können in der ewigen, ur- -< sprünglichen, unabänderlichen. Ordnung der Dinge, in dem, was: in jedem Betracht sein sollte. Die Kraft, vermöge welcher dae :■ Christentum zunächst das Judentum und dann das griechische und römische Heidentum überwinden konnte, liegt ganz allein ן in seinem Pessimismus, in dem Eingeständnis, dass unser Zustand | ein höchst elender und zugleich sündlicher ist, während Judentum 1־ und Heidentum optimistisch waren. Jene von jedem schmerzlich J gefühlte Wahrheit schlug durch und hatte das Bedürfnis der Erlösung in ihrem Gefolge“. 1 Dieser seiner Grundanschauung entsprechend, ist Schopenhauer ein heftiger Gegner des Judentums, und zwar sind es vor | allem zwei Punkte, die er aufs leidenschaftlichste bekämpft: der | Theismus und der Optimismus. Das Judentum lehrt die Existenz eines einzigen Gottes, der die Welt aus dem Nichts § ins Dasein gerufen hat. Dieser Anschauung tritt nun Sch. aufs :1 schärfste entgegen. Der Theismus, behauptet er, ist überhaupt j nur dem Judentum eigen, weshalb Theismus und Judentum | identisch sind. Statt Atheist sollte man sagen NichtJude und statt Atheismus Nichtjudentum. Das Vorhandensein eines Gottesv g bewusst86in8 in der Vernunft stellt er in Abrede;* der Theismus! könne seine Stütze nur in der Offenbarung suchen. Wo er Sl

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