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Jeschurun · 1927-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1927) · p. Seite 340

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1927)
Date
1927-07-01
Page
Seite 340 (sequence 12)
Language
German
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340 Wespn und Wertung des Minhag in Israel § 23. Daher erwächst uns oft die Ehrenpflicht, den Minhag zu verteidigen, seine Berechtigung und Begründung, zum mindesten seine Möglichkeit und Haltbarkeit innerhalb des Bereiches der Halacha nachzuweisen. Bedeutet es doch eine Ehrenrettung unsrer Altvordern, ihrer Babbinen und Toragrössen, die solchen Brauch geschaffen oder geduldet, also im Einklang mit den Vor- Schriften des Din gefunden haben. Zunächst wird man überhaupt über keinen Minhag, ganz abgesehn von einem Konflikt mit der Halacha, schnell den Stab brechen, wird man wieder und immer wieder seinen Motiven nachspüren, und bis zum erwiesenen Gegenteil seinen tiefen Sinn voraussetzen. אל תשנו ממנהג אבותיכם נוחי נפש, sagt der Jeruchalmi, weicht nicht ab vom Brauch der Väter, die dahingegangen sind, deren Mund verstummt ist, und die nicht mehr ihre Gedanken und Strebungen uns erklären können. Unsre Besponsen und Tossaphot an unzähligen Stellen sind voll der Bemühung, den Minhag gegen den Verdacht eines Verstosses wider die Halacha zu schützen. § 24. Aber gerade dieser Eifer der Harmonisierung des Minhag und des Din beweist, dass der Minhag nicht fähig ist, in eineKampf- Stellung zur Halacha zu treten, dass im Falle eines wirklichen, unabweisbaren Konflikts der Minhag weichen und unterliegen muss. Mit unzweideutigen Worten spricht dies die Gemoro (Bosch Haschono 13b) aus: במקלם איסורא כי נהג שבקינן להו בתפדה)). Wo ein Verbot vorliegt, selbst wenn ein Minhag besteht, würden wir es zulassen? § 25. Die Unhaltbarkeit des Minhag bei einem Verstoss gegen die Halacha beweisen ferner folgende Beispiele. ״Die Leute von Chusai hatten den Minhag, Challa vom Eeis zu geben. Man erzählte das dem Baw Josef. Da sagte er zu ihnen: dann esse ein Nichtkohen diese Beis Challa vor ihren Augen“ (um ihnen zu zeigen, dass wir dieser Challa keinen Teruma- Charakter zuerkennen). Nach einer Diskussion, ob man vor unwissenden Leuten solches tun dürfe, da sie falsche Schlüsse daraus ziehen könnten משלם" דמסרכי מילתא, sagt dann Baw Aschi: ״es hängt davon ab; ist ihre Hauptnahrung Beis, so darf man

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