Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1927)
- Date
- 1927-07-01
- Page
- Seite 335 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Wesen und Wertung des Minhag in Israel mm 335 Fasttag sich der Arbeit enthalten, 80 ist es ein Minhag, wenn sie am Hauscbäao rabbo feiern, ist es kein Minhag, von Mincha ah, ist es ein Minhag.״ In den ersteren Fällen ist der Brauch nicht aus dem Wesen der Sache, aus der tiefen Erkenntnis der subjektiven oder objektiven Situation entstanden, dann ist es schlechterdings kein Minhag; aber das Zu warten, bis der Gatte das Maariwgebet vollendet hat, ist subjektiv gebotene Vorsicht, die Arbeitseinstellung am Fasttag aus dessen eigentlichem Sinn geflossen, ebenso wie das Feiern unmittelbar vor Beginn des Jomtow zu dessen Ehren berechtigt, also ein Minhag. Ein echter Minhag kann von solcher inneren Wahrhaftigkeit und Notwendigkeit sein, dass er nachträglich von den Weisen zum gültigen Gesetz und Din erhoben wurde, wie das bekannte Beispiel des zweiten Tages Jomtow beweist: שלחו מתם הזהרו במנהג אבותיכם בידיכם (Bezah 4 b.), ebenso wie das oben angeführte Beispiel vom Gruss unter Nennung des göttlichen Namens. § 16. Daher führt nur ein solcher Brauch den Namen Minhag zu Recht, der bewusst, in voller Kenntnis des eigentlichen Din geübt wird. Die ihn einführten, müssen wissen, dass das, was sie verbieten, eigentlich erlaubt ist, dass sie gemäss dem קדש עצמך במותר לך freiwillig sich selbst im Erlaubten heiligen wollen, oder dass sie trotz anderer strengerer Meinungen die leichtere Praxis für den Minhag haiachisch vertreten können. (So Rabbenu Nissim in מגלת סתרים; siehe Tossaph. Pess. 51a ד״ה אי) Aber was Brauch geworden, weil man fälschlich es für erlaubt oder verboten gehalten, kann niemals verpflichtende Kraft gewinnen. Eine interessante Anwendung dafür geben die Dezisoren (רץ בשם ח יהודה הכהן). Wer den Brauch am Pessach übt, Schmurim Mazzoh zu essen, weil er in ihr eine höhere Garantie gegen die Säuerung erblickt, so gilt dieser Brauch als verpflichtend; wenn er es tut, weil er annimmt; dass es eine grössere M i z w a h sei, stets Schmurim zu essen, 80 ist dieser Brauch ohne Sinh und Bedeutung; denn nur in der Sedernäc&t ist der Mazzögenuss geboten. Nur כי זקנה א&ך, nur weil und sofern unser Volksganzes als weise, als Wissende Gemeinschaft uns gilt, dürfen wir ihren Minhag