Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1927)
- Date
- 1927-05-01
- Page
- Seite 326 (sequence 120)
- Language
- German
- Belongs to
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326 Büeherbespreehungen Soviel wir sehen bedeutet die zweite Auflage auch einen grossen Fortschritt gegenüber der ersten, schon allein durch die Anführung der neuesten Literatur. Dabei ist der Preis mit 1,80 pro Lieferung bei dieser Ausstattung als ein ganz besonders billiger anzusehen. Als Beispiel für die erschöpfende Darstellung bei knappster Skizzierung bringen wir den kleinen Artikel: ״ Allbeseeiung“ von Titius in extenso: ״Die alte naive Annahme einer Allbrseelung hat durch Giordano Bruno, Spinoza, Leibnitz, die Identitätsphilosophie, Goethe, Fechner u. a. ihre moderne Färbung erhalten und besagt in dieser, dass es Seelenlosen Stoff überhaupt nicht gibt. An eine Eintragung menschlicher Seelenvorgänge in die Monaden oder Atome ist dabei nicht gedacht, sondern nur an einfachste Vorformen. Die heutige weite Verbreitung des Gedankens beruht auf 1. der starken monistischen Tendenz des modernen Gedankens (Monismus, Pantheismus); 2. dem Einfluss der parallelistischen Theorie des Verhältnisses von Leib und Seele; 3. der neovitalistischen Auffassung der Organismen und ihrer Entwickelung (Neovitalismus). Als metaphysische Theorie ist Allbeseelung nicht beweisbar, aber auch nicht widerlegbar: mit der religiös־theistischen Betrachtungsweise ist die Annahme einer gewissen Verwandtschaft des Seelischen mit dem Stofflichen nicht unvereinbar.״ (Die in Klammern gesetzten Worte verweisen auf diesbezügliche Artikel). J. W. Blond heim, D. S.^ Les parlers jud60-r0mans et la Vetus Latin a. Etule sur les rapports entre les traductions bibliques en langue romane des juifs au moyen age et les anciennes versions. Paris: Edouard Champion 1925. CXXXVIII, 247 Seiten 8°. Ein eigenartiges Buch 'legt vor uns. Der Verfasser bat ein Einzeltbema fcerausgegriffen, das ibm die Gelegenheit bietet, immer und immer wieder auf andere Gebiete hinüberzugreifen und ein Bild zu geben, das trotz des Schillerus in allen Farben ein harmonisches Ganze bildet. Eine Reihe ^voq Studien sind dem Buche v rausgegangen, von denen ein Teil früher in der ״Romama* gestanden bat und jet/t hier mit aufgenommen und hi!:eingearbeitet ist. In seiner umfangreichen Einleitung setzt sich Blondheim mit dem Verhältnisse der Juden zu dem entstehenden westlichen Christentuine auseinander, wobei besonders eingehend die Fragen der sozialen und kulturellen Beziehungen erörtert werden. Zwischen beiden laufen so viele Fäden hinüber und herüber, dsss man von einer gr.ssen Gruppe Judencbristen 0 er Christliehen Juden reden muss. :Man muss in Italien eine zahlreiche Juäenschaffc voraussetzen. Dass es auch viele Proselyten gegeben ha*־, mehr als in ir gend einem andern Lande, ist wahrscheinlich. Renan folgerte aus dieser Tatsache,