Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1927)
- Date
- 1927-05-01
- Page
- Seite 321 (sequence 115)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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״Di© Schrift und das Wort' 321 durchzusetzen. Als rabbinische Autorität fungierte bei diesem Vorschläge Dr. Saalschütz. Hier erinnerte er sich seiner rabbinischen Autorisation und suchte in einer archäologischen Untersuchung zu beweisen, dass die Orgel schon im Tempel zu Jerusalem in Benutzung war. Die wiederaufgenommenen reformistischen Forderungen und insbesondere die schon seit einiger Zeit stattgefundenen Sonntags- Gottesdienste in der Hauptsynagoge hatten die sogenannte polnische Synagoge zum Zentrum des gesetzestreuen Judentums in Königsberg gemacht. Die Bäume wurden zu klein. So baute man denn im Jahre 1855 eine neue Synagoge, die am 11. August von Rabbiner Mecklenburg eingeweiht wurde. In dieser Synagoge wirkten die Lehr-Vereine und die übrigen Stützen der alten Religiosität. Im Jahre 1856 hatte sich schon eine Subkommission der Gemeinde mit der Orgelfrage beschäftigt und ihre Einrichtung wurde einstimmig beantragt. M. erfuhr von diesem Beschluss und veröffentlichte sofort einen Protest, dass nach der traditionellen Lehre der mosaischen Gesetzgebung bei dem Gottesdienste die Orgel verboten sei. Am 23. März 1857 wurde der Antrag in der Hauptkommission mit 8 gegen 5 Stimmen abgelehnt. Die Frage ruhte dann 13 Jahre lang. In diesen Jahren hatte M* auch unermüdlich den Armeil und Bedrängten mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Besonders intensiv war seine Arbeit für Palästina. M. hatte schon sehr früh mit den beiden Grossen des Zionsgedankens, nämlich mit Sir Moses Montefiore und Rabbi Hirsch Kalischer, angeknüpft, in früher Erkenntnis der Bedeutung der Kolonisationsbestrebungen. In gleicher Weise sorgte er für die notleidende jüdische Bevölkerung der russischen Grenzrayons. Von der Freundschaft und geistigen Verbindung mit den Rabbinern des nordöstlichen Deutschlands und Litauens war schon die Rede. Er arbeitete aber auch mit dem Königsberger jüdischen Schriftsteller Dr. M. Freystadt auf sozialem Gebiete zusammen. Im Jahre 1856 erscheint die Biographie des Wilnaer Gaons, zu der auch M. eine Approbation gibt. In dieser betont er die umfassende 8