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Jeschurun · 1927-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1927) · p. Seite 320

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1927)
Date
1927-05-01
Page
Seite 320 (sequence 114)
Language
German
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320 Die Schrift und das Wort“ In dem kommenden Jahre erweiterte er sein Kommentar ״k’taw w’hakabala“ und liess ihn fragmentarisch im Jahre 1847, dann mit Hilfe der Frau D. Pollak im Jahre 1852 vollständig, erscheinen. Besonderen Wert hat diese Ausgabe durch den Umstand, dass hier eine neue hochdeutsche Uebersetzung, wenn auch in hebräischen Lettern, von einem europäisch gebildeten Manne (Rabb. J. Cossmann in Märkisch-Friedland) erschien. Kurz darauf schloss er seinen Kommentar zum Gebetbuch ab und veröffentlichte ihn unter dem Titel ״Ijun tefilla״. Vorarbeiten dieses Werkes haben wir in M’s Veröffentlichungen in den Jahren 1827 und 1840. Sein Schwiegersohn und Lieblingsschüler Abraham Zamory hat dann später die Geldmittel für alle Neuerscheinungen zur Verfügung gestellt. Seine beiden Werke sollen dem traditionellen Judentum im Kampfe gegen die Reform als Waffe dienen; in erster Reihe boten ja die mangelnden Kenntnisse der jüngeren Generation den Boden für jede Neuerung. Doch spielte hier in Königsberg der Einfluss der eigentlichen Reform-Rabbiner nur eine kleine Rolle, vielmehr wirkte das Beispiel des Königsberger neuprotestantischen Predigers Rupp und seiner neuen Kirche. Die Radikalen in der Gemeinde forderten die Orgel, ausschliesslich deutsche Gebete und den Sonntags-Gottesdienst. Die Personlichkeit ihres Rabbiners wehrte den Sturm dieser Radikalen ab, er konnte es aber nicht verhindern, dass der Prediger Saalschütz einen Sonntags-Gottesdienst mit teilweise deutscher Sprache leitete. Doch war diese Privateinrichtung der Reformer nur von kurzer Dauer. Durch Kompromisse innerhalb der Gemeinde wurde einer weiteren Entwicklung in dieser Richtung vorgebeugt. Der Hilfe der Gemässigten war in diesem Kampfe viel zu danken, aber nur die überragende Persönlichkeit Mecklenburgs war im Stande, Männer vom Schlage Johann Jacobys zum Schützer der Tradition zu machen. Finden wir dort sonst nirgends die Vorkämpfer der politischen Emanzipation auf der Seite der traditionstreuen Rabbiner. In den 50 er Jahren begnügten sich die Neuerer mit der Forderung nach der Orgel und versuchten diese bei der Gemeinde

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