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Jeschurun · 1927-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1927) · p. Seite 318

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1927)
Date
1927-05-01
Page
Seite 318 (sequence 112)
Language
German
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318 ״Die Schrift und das*Wort“ zu ermöglichen. Saalschütz war auf Grund seiner Erfolge in den neuen Schulen in Berlin und in Wien viel zu selbstbewusst, als dass er sich einem Manne gebeugt hätte, der ״nicht einmal deutsche Schulbildung besass“, und horribile dictu früher Kaufmann gewesen. Der Kampf endete mit dem vorläufigen Sieg der gemässigten Partei unter J. Jacoby, die sehr energisch für die Autorität des Rabbiners eintrat. Erst einige Jahre später gestattete die Gemeinde die Kanzelpredigten Saalschütz’s ohne eine vorherige Durchsicht. Vorläufig musste sich die Gemeinde mit den wenigen Predigten R. Mecklenburgs zufrieden geben. Erst später sprachen die beiden Redner abwechselnd. Im Jahre 1838 starb R. Mecklenburg seine zweite Frau Lea geb. Israel. In dieser für ihn so traurig bedeutsamen Zeit entschloss er sich, seinen Kommentar für den Druck zu ordnen. Das Werk erschien im nächsten Jahre (Leipzig 1839) unter dem Titel הכתב והקבלה — Die Schrift und die Ueberlieferung ״— Für die Druckkosten seines Werkes musste bei seinem geringen Gehalt ein Mitglied seiner Gemeinde den Betrag vorstrecken. Trotz der aufregenden Kämpfe mit den Neologen in seiner Gemeinde und der konzentrierten geistigen Arbeit blieb ihm Zeit und Müsse, seine Beziehungen zu den führenden Männern Litauens zu pflegen Die litauischen Rabbiner besuchten den Königsberger Raw, um sich mit dem deutschen Gaon über das immer schwerer werdende Problem der Haskala (Aufklärungsbewegung) auszusprechen. Die bedeutendsten Männer Litauens verkehrten in seinem Hause. So übten neben den literarischen Werken des Wilnaer Gaons auch seine Schüler auf ihn mancherlei Wirkung aus. Die Genialität und die eigenartige Lehrmethode des Rabbi Elijahu Wilna übten auf ihn einen sehr grossen Einfluss aus, er sah in ihm die Verkörperung von Religiosität, jüdischem Wissen und wissenschaftlicher Forschungsmethode, In derselben Zeit versucht er auch, zu dem weltkekannten Dozenten des Paduaer Rabbinerseminars, S. D. Luzzatto, in nähere Beziehung zu treten. Freundschaftsverhältnis band ihn auch an viele seiner Gemeindemitglieder und in bemerkenswerterweise auch an Männer ganz anderer Weltanschauung. So z. B. sass

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