Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1927)
- Date
- 1927-05-01
- Page
- Seite 317 (sequence 111)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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״Die Schrift und das Wort- 317 und auf Beseitigung der Auswüchse im Gottesdienst ausgingen, bei M. die vollste Unterstützung. Am 21. Januar 1838 reichte Johann Jacoby im Aufträge mehrerer Mitglieder eine Petition bei der Gemeinde ein, in der er die Gemeinde um verschiedene gottesdienstliche Neuerungen ersucht Die gewünschten Neuerungen sind von besonderem Interesse, weil sie Rabbiner Mecklenburg: schriftlich begutachtet hat. 1. Während des Betens soll Stille herrschen, jedes laute Mitbeten wird untersagt. 2. Der Vorbeter soll die laut zu rezitierenden Abschnitte' sprechen, ohne zu singen. 3. Soweit Gesang erforderlich ist, soll dafür ein vierstimmiger Chor eingerichtet werden. 4. Eine neue und vollständige Uebersetzung des Gebetbuches soll in deutschen Lettern gedruckt werden. 5. Ein deutscher der Intelligenz der Zuhörer angemessener Religionsvortrag soll eingerichtet werden. Solche in der Synagoge zu haltenden Vorträge sind dem Vorstand in Konzepten einzureichen, um durch geprüfte Sachkundige untersuchen zu lassen,, ob in denselben nichts gegen die Satzungen des Judentums enthalten ist. Zum Schlüsse stand auf der Petition: ״Vorstehende, mir zur Durchsicht vorgelegte Einrichtungen sind meinerseits nicht nur zu billigen, sondern auch wünschenswert in Ausführung zu bringen. J. Mecklenburg, Rabbiner“. Vom Gemeinde-Vorstand wurde eine Kommission aus 11 Mitgliedern eingesetzt, in der unter anderen Rabbiner Mecklenburg, J. Jacoby und Dr. Saalschütz sich befanden. In den Sitzungen der Kommission wurde im Sinne der Petition eine neue Synagogenordnung geschaffen, die im Juni desselben Jahres dem Gemeindevorstand in Vorschlag gebracht wurde. Damit begann aber ein gehässiger und persönlicher Kampf des zukünftigen Predigers gegen die Autorität des Rabbiners. Saalschütz, durch seine reformsüchtige Anhängerschaft ermutigt, wollte sich keiner Beschränkung seiner Redefreiheit unterwerfen und glaubte das am besten durch persönliche Angriffe auf seinen Vorgesetzten