Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1927)
- Date
- 1927-05-01
- Page
- Seite 309 (sequence 103)
- Language
- German
- Belongs to
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Weitere Beiträge usw. 309 וו (konsonantisch) für 0, also den heutigen ungarisch-jüdischen Pfeiflaut des konsonantischen ü. Das scheint schon mehr hewusste Leseweise als lebende Aussprache zu sein. Doch kann hier auch eine objektive Ursache gelten. Die Midraschim sind zumeist auf dem Boden des oströmischen Reiches entstanden, also in der Heimat der aschkenasischen Aussprache überhaupt. In eben dieser Gegend geschah in späteren Jahrhunderten die häufige Umwandlung des griechischen 0 in einen Konsonanten f, wie aus dem dort beheimateten türkischen Worte Efendi gr. au&£VT7j? zu ersehen ist. Immerhin kann ja selbst ein solcher Vorgang nach der Vosslerschen Theorie erklärt werden; er kann sich zunächst ״in der Seele der Hörenden“ vollzogen und erst von dort aus auf Sprache und Schrift ausgedehnt haben*). Es ist aber zu bedenken: Las irgendwo zur Zeit der Abfassung des Midrasch eine Gruppe der Judenheit das Cholem objektiv undiphtongisch und homogen, so empfand dieselbe das vielleicht diphtongische Cholem anderer Gruppen wie auch überhaupt den Diphtong au oder ao jedweder Sprache als etwas dermassen Fremdartiges, dass die gewöhnliche Bezeichnung או nicht ausreichte und schon dieserhalb ein weiteres ו dieser Transkription eingefügt werden musste. Also kann auch אוותנטייא authentia gesprochen und empfunden worden sein. Um hierüber Klarheit zu schaffen, müsste man also die Heimat jeder Transkription, * d. h. der sio enthaltenden Ms. feststellen und registrieren. Für die hellenistische und frühchristliche Zeit ist dies in der Wutzsehen Broschüre über ״Die Transkriptionen von der Septuaginta bis zu Hieronymus“ genügend vorbereitet. Nur ist hierbei vor allem die griechische Transkription hebräischer Worte berücksichtigt, nicht aber (mit einer einzigen, völlig unannehmbaren Ausnahme S. 112 ff.) die hebräische Transkription aus dem Griechischen. Zu letzterer Untersuchung sind wir aber nicht auf *) Ferner ist zu beachten, dass (Jeschurun X 1/2 S. 75) die Midraschim vielleicht erst zu islamischer Zeit in heutiger Form schriftlich niedergelegt wurden, als das Aschkenasisch-Byzantinische schon durch das Sefardische der Bagdader Juden aus seiner palästinischen Heimat verdrängt worden war.