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Jeschurun · 1927-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1927) · p. Seite 276

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1927)
Date
1927-05-01
Page
Seite 276 (sequence 70)
Language
German
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276 Das Land ״Schabat“ usw. In den jüdischen Legenden vom Sambation kann man drei Momente erkennen: 1. während der Verfolgungen der Römer,, als Hinweis der Natur selbst auf die Sabbatfeier, 2. ein einfach sagenhaft-legendäres Motiv, und endlich 3. als Bestätigung des Verses: (לא יסור שבט מיהודה ומחקק מבין רגליו (בראשית מ״ט, י׳. Das letzte Motiv war sehr wichtig für die Juden im Mittelalter und am Anfang der Neuzeit, als die Christen den Juden beweisen wollten, dass mit Jesu Ankunft alle Hoffnungen der Juden schwinden müssen, da es in der ganzen Welt keine jüdische Selbständigkeit gäbe und die unumstösslichen Worte der Heiligen Schrift sich daher nur auf die Zeit des Erscheinens Jesu beziehen müssen. Als Antwort darauf beriefen sich die Juden auf diese Sagen vom Sambation, den Bene Mosche, den zehn Stämmen, denen, wie wir weiter sehen werden, auch die Christen Glauben schenkten. Aus diesem Grunde fanden auch zu Ende des IX. Jahrhunderts die phantastischen Erzählungen des Eldad ha-Dani über die 10 Stämme, die Bene Mosche und den Fluss Sambation1 überall Glauben2, ungeachtet der scharfen Widersprüche zu dem, was aus Bibel und Talmud bekannt war. Den zerstreuten Juden, die alle Verfolgungen erlitten hatten, war es angenehm zu hören, dass es irgendwo auf dem Erdball unabhängige jüdische Reiche gäbe, von denen vielleicht auch ihnen irgendwann Rettung kommen werde. Den Juden schien es, ihre fernen Brüder hätten ihnen schon längst Rettung von den Qualen *) Eldad ha-Dani verlegt den Sambation nach Chawilah, südlich von Kusch und sagte, er trenne die Beziehungen der Bene Mosche vom Besitz der vier Stamme Dan, Naphthali, Gad und Ascher. Anfänglich wurde, wie wissenschaftlich feststeht, mit כוש (= Kusch) Nubien bezeichnet. Als aber in Abessinien Anhänger des Judentums und später auch des Christentums auftaachten, haben sie in der Absicht sich in der Bibel zu finden, den Namen Kusch, der Nubien oder die südlichen Länder überhaupt bedeutete, als Abessinien gedeutet. 2) Nicht nur die rabbanitischen Juden, sondern auch die Karäer glaubten den Erzählungen Eld&ds. Ygl. das Werk des berühmten karäischen Autors des XII. Jahrhunderts, Jehuda Hadassi: ״Esehkol ha Kopher“ (Goslow Eupatoria, 1836).

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