Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1927)
- Date
- 1927-05-01
- Page
- Seite 268 (sequence 62)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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268 Der Streit zwischen Saadja Gaon usw. Davids zu bestimme!!. Der ergrimmte Exilarch schleudert den Bannstrahl auf Saadja zurück, entsetzt ihn seines Amtes und ernennt den Joseph ben Jakob-Bar Satja zum Gfaon von Sura. Joseph war noch jung und an Wissen mit Saadja gar nicht zu vergleichen. Er entstammte aber einer sehr angesehenen Familie. Wahrscheinlich war er der Sohn des Suraner Gaon R. Jakob. Den Bann gegen Saadja unterschrieb auch der Gaon Kohen Zedek. Massgebend für ihn brauchen nicht beleidigende Aeusserung gewesen zu sein, die sich Saadja ihm gegenüber erlaubt hatte, sondern die Gefahr für die Selbständigkeit der babylonischen Judenheit, die durch Anrufung der Regierung heraufbeschworen worden war. Auch die Davidische Partei sucht Unterstützung bei den Wesiren des Kalifen. Saadjas erbitterter Gegner Kalaf ben Sardjadu gibt grosse Summen aus, um ihn mit Hilfe der arabischen Behörden zu stürzen. Doch machen die Freunde des Gaon, besonders die Söhne Netira’s, ihren Einfluss für ihn geltend. Es kommt zu einem beschämenden Prozess vor Ali ben Isa, dem Wesir des Kalifen Muktadir. Die Partei Saadjas und seines Exilarcben, des Josia-Hassan, verlangt die zwangsweise Ab- Setzung des Exilarchen David und seines Gaons Joseph, während deren Parteigänger den Kalifen bitten, Saadja und Josia abzusetzen. Der Kalif fällt keine Entscheidung. Drei Jahre hindurch besitzt Babylon zwei Gegenexilarchen und zwei Gegengaonen von Sura. Der Wechsel im Kalifat scheint die Entscheidung herbeigeführt zu haben. Muktadir wird im November des Jahres 932 gestürzt. Bei seinen Nachfolgern Kahir und Er Radi überwiegt der Einfluss der Davidischen Partei. Josia wird nach dreijährigem Exilarchat noch Chorasan verbannt. Saadja muss sich zurückziehen, lange Zeit glaubt er sogar sein Leben bedroht und hält sich verborgen. Seine unfreiwillige Müsse benutzt er zu wissenschaftlicher Arbeit, die ibm tausendjährigen Ruhm verschafft. Sieben Jahre währte schon der Streit. Die Zeit und das Unglück arbeiteten für Saadja. Seine Freunde hatten sich wohl dem Machtspruche des Kalifen fügen müssen. Aber innerlich blieben sie seine Anhänger. Die Volksstimmung ist immer geneigt, für den Verfolgten Partei zu nehmen. Das Ansehen