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Jeschurun · 1927-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1927) · p. Seite 265

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1927)
Date
1927-05-01
Page
Seite 265 (sequence 59)
Language
German
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Der Streit zwischen Saadja Gaon nsw. 260 sieben Jahrhunderten ein Geisteszentrum der Judenheit war, oft die Schwester in Pumbedita noch überragt hatte, war viel zu gross, als dass man ihren Untergang ruhig hinnehmen konnte. Der Exilarch machte sich nur zum Vollstrecker des Volkswillens, wenn er die Hochschule von Mata Machseja wieder eröffnete. Die Wahl eines geeigneten Gaon war sehr schwer. Der Exilsfürst musste einen Mann ernennen, der fähig war, dem Namen Suras neuen Klang zu verleihen. Er dachte an den angesehenen Resch Kalla Nissi Naharwani, der sich um die Beilegung seines Streites mit Mar Kohen Zedek so grosses Verdienst erworben hatte. Nissi lehnte mit Rücksicht auf seine Blindheit die Ernennung ab. Jetzt fragte ihn David ben Sakkai um seine Meinung, ob er Saadja oder den Zemach ben Schehin wählen solle. Saadja war damals bereits eine allgemein anerkannte Grösse. Sein Kampf gegen die Karäer, sein Auftreten gegen den Palästinenser Ben Mei'r im Kalenderstreit hatten ihn zum Vorkämpfer des überlieferten Judentums und besonders auch der babylonischen Hochschulen gemacht. Durch seinen Aufenthalt in Babylonien hatte er Gelegenheit gehabt, auch den gewaltigen Stoff der geonäischen Ueberlieferung und die Lehrmethoden der Hochschulen sich anzueignen. Und doch riet der kluge Nissi von Saadjas Ernennung ab. Er kannte Davids zur Herrschsucht neigenden Charakter und Saadjas durchaus berechtigtes Selbstbewusstsein und seine Unbeugsam keit, wenn er einmal einen Entschluss gefasst hatte. Davor warnte er den Exilarchen. Es ist ein gutes Zeichen für David ben Sakkai, dass die persönliehen Gründe ihn nicht bestimmten, und er trotz dieser Warnung erklärte, er sei entschlossen, Saadja zu ernennen. Nissi riet nicht weiter ab, sondern sagte, wenn der Exilarch Saadja zum Gaon ernenne, werde er ihn als erster anerkennen. Vor der eigentlichen Ernennung hatte David mit Saadja eine Unterredung über ihr künftiges Verhältnis. David gewann den Eindruck, dass ein Konflikt mit Saadja nicht zu befürchten sei. Nach Zu- Stimmung des Gaon und der Gelehrten von Pumbedita wurde Saadja öffentlich zum Gaon von Sura ernannt. Neues Leben begann in Sura. Aus dem Rest der in

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