Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1927-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1927) · p. Seite 264

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1927)
Date
1927-05-01
Page
Seite 264 (sequence 58)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2292929-2293050-2293053--09047-2302330
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

264 Der Streit zwischen Saadja Gaon ס sw. Muktadir ermordet. Also muss die Gerichtsverhandlung in einem der Jahre 930—932 stattgefunden haben. Auch nach R. Scberira brach der Streit 2 Jahre nach Saadjas Amtsantritt aus, also 930, Wahrscheinlich hängt auch der Sieg Davids mit dem Wechsel des Kalifats zusammen. Während Muktadir den Streit nicht entschied, trat sein Nachfolger Kahir oder Er Radi67 für David ein und verbannte Josia. V. Darstellung des Streites. Im Ijar des Jahres 928 hatte der Exilarch David ben Sakkai den gefeierten ägyptischen Gelehrten Saadja ben Joseph zum Gaon der Hochschule von Sura — Mata Machseja berufen. Ausserordentliche Verhältnisse veranlassten den ganz ungewöhnliehen Schritt, einen Mann zu erwählen, der nicht dem Kreise der babylonischen Geistesaristokratie angehörte. Das altehrwürdige Lehrhaus R. Aschi’s war dem Untergange nahe. Schon seit Jahren hatte man unter den Suranischen Gelehrten keinen für das hohe Amt des Gaon geeigneten Mann gefunden. Vorübergehend war die Hochschule geschlossen. Man wollte den Rest der Gelehrten in die Schwesterakademie zu Pumbedita hinübernehmen. Um den Namen des Lehrhauses nicht untergehen zu lassen, hatte man beschlossen, einen Titulargaon von Mata Machseja zu ernennen, R. Natan, den Sohn des Pumbeditanischen Gaon R. Jehuda. Doch R. Natan starb noch vor seiner eigentlichen Ernennung. Dieses Ereignis war wohl die Veranlassung, noch einmal den Versuch zu machen, die Suranische Hochschule zu erneuern. Der eigentliche Grund lag tiefer. Man braucht ihn durchaus nicht in einer Rivalität des Exilarchen zu Mar Kohen Zedek von Pumbedita, dem jetzt einzigen Gaon, zu suchen. Die enge Verbundenheit des jüdisch-babylonischen Volksbewusstseins mit der Hochschule von Sura, die — mit zeitweiligen Unterbrechungen — seit 67) Muktadir fällt am 31. Oktober 932, Kahir wird im April 934 abgesetzt. Ihm folgt Er Radi (Achmed); vgLA. Müller, Der Islam I, S. 935.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.