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Jeschurun · 1927-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1927) · p. Seite 261

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1927)
Date
1927-05-01
Page
Seite 261 (sequence 55)
Language
German
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Der Streit zwischen Saadja Gaon usw. 261 zu Gunsten des Exilarchen war vielleicht, dass er durch die Absetzung Davids und die Hineinziehung der Regierung die Autonomie der babylonischen Judenheit für gefährdet hielt. — Die scharfe Betonung der niedrigen Abstammung Saadjas im Gegensatz zum hohen Adel Josephs ben Jakob ist als ein Eingeständnis des Exilarchen zu werten, dass es von ihm Unrecht gewesen war, bei der Wiederbesetzung des Suraner Gaonats die Gelehrtenaristokratie nicht zu berücksichtigen und den Fremden zu wählen. Durch die jetzige Wahl Josephs wollte er wohl die alten Gelehrtenfamilien für sich gewinnen62. Der Vorwurf Davids, Saadja habe den Eid gebrochen, da er sich vor seiner Berufung verpflichtet habe, nicht gegen ihn aufzutreten, dürfte wohl eine gewisse sachliche Unterlage haben. Nach den Kämpfen zwischen dem Gaon Kohen Zedek und dem Exilarchen Ukba und besonders nach den Warnungen Nissi’s vor Saadjas Charakter musste es naheliegen, dass David in einer der Ernennung vorangehenden Besprechung sich zu sichern suchte. Ausgeschlossen ist es aber, dass ein Mann wie Saadja auch nur sein Wort, geschweige einen Eid gebrochen hätte. Es handelte sich wohl um eine unverbindliche Unterredung, der David — vielleicht im guten Glauben — mehr Wert, als sie verdiente, zulegte. Für den Verlauf des Streites von Bedeutung ist es, dass der Exilarch in der Begründung des Bannes seinen Gegner beschuldigt, er habe zwischen ihm und seinem Bruder Zwietracht gesät. Danach hat Saadja den Josia zum Exilarchen ernannt oder zumindest ernennen wollen, bevor noch David den Bann gegen ihn schleuderte und auch wohl vor Einsetzung Josephs zum Gegengaon. Diese Reihenfolge der Ereignisse widerspricht dem füT Saadja freundlicheren Berichte Natans, stimmt aber mit dem R. Scherira’s überein63 und ist deshalb als die richtige zu 62) Da Joseph von R Scherira (ecL Lewin S. 118) z. Zt. seiner Ein- Setzung als רך בשנים bezeichnet wird, war er vielleicht z. Zt. der Berufung Saadjas, die doch mindestens 2 Jahre zurück lag, so jung, dass an seine Wahl nicht zu denken war. 63) R. Scherira (118/9) erwähnt zwar den gegenseitigen Bann nicht,

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