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Jeschurun · 1927-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1927) · p. Seite 254

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1927)
Date
1927-05-01
Page
Seite 254 (sequence 48)
Language
German
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254 Der Streit zwischen Saadja Gaon usw. Die Gelehrten und Reichen standen auf Saadjas Seite mit Ausnähme des reichen Gelehrten Kalaf, der auf ihn eifersüchtig war. Kalaf gab viel Geld aus, um die Regierung zur Amtsentsetzung des Gaon zu veranlassen, konnte es aber nicht erreichen, da die Freunde Saadjas, besonders die Söhne Netiras, für ihn eintraten. Nach diesen kurzen allgemeinen Bemerkungen über den Streit und seine Folgen erzählt dann Natan die Entstehungsgeschichte des Zerwürfnisses. Nach ihm hat zuerst der Exilarch den Gaon in den Bann gelegt und seines Amtes entsetzt, dann erst Saadja diesen Schritt erwidert. In diese Zeit der gegenseitigen Aechtung fällt wohl der Versuch Ealafs, die Regierung zum Eingreifen in den Streit zu Gunsten Davids zu veranlassen. Die reichen Juden Babels schützen aber Saadja. Nach 3 Jahren stirbt der von Saadja eingesetzte Exilarch. Von einem Siege der Davidischen Partei spricht Natan nicht ausdrücklich. Fast könnte man annehmen, dass Saadja auch nach dem Tode Josia’s (Hassans) Gaon geblieben, allerdings von David nicht anerkannt war. Doch sagt Natan am Ende der Erzählung, dass R. Joseph während der Zeit des Streites Rektor der Hochschule war. Nach der Aussöhnung zwischen R. Saadja und David ging R. Joseph nicht mehr in die Hochschule, behielt aber sein bisheriges Einkommen. 2. Aus den knappen Angaben R. Scherira’s ergibt sich ein anderes Bild. Wenn wir der Lesart der spanischen Hand- Schriften folgen ונצא בהון ובדמו סעדיה דוד הנשיא, dann hätte sich der Kampf des Exilarchen in erster Linie gegen die Gelehrten der Hochschule und erst in zweiter gegen R. Saadja gerichtets3. In den französischen Handschriften werden die Gelehrten aber nicht genannt und der gegenseitige Bann wird nicht erwähnt. Mit der Amtsentsetzung des Gegners begann R. Saadja. Erst dann setzte der Exilarch den Gaon ab. Aus dem Wortlaute ist nicht mit Sicherheit zu entnehmen, ob dieses sogleich geschah, •:') Vgl. hierzu Asm.;8. Es wäre möglich, dass der Zorn des Exüarcheu sich zuerst gegen die Schüler Saadjas richtete, da sie tätlich gegen sein Sohn Torgegangen waren, und erst dann gegen den Gaon, als er die Handlungsweise seiner Schüler billigte.

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