Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1927)
- Date
- 1927-05-01
- Page
- Seite 233 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Beiträge zur talmudischen Methodologie 233 Talmud ausdrücklich nur in der Auslegung von Bibelstellen1) und — weit häufiger — in der Auslegung tannaitischer Quellen (Mischna und Boraita). Lediglich die Kommentatoren erklären auch amoräische Sätze auf diese Weise, um gewisse Schwierigkeiten zu beheben2). Sie erklären mit dieser Methode oft auch solche tannaitische Quellen, zu denen sich eine solche Erklärung ausdrücklich im Talmud nicht findet3). Im Talmud selb3t findet sich diese Auslegungsmethode an sehr vielen Stellen. Hier sollen lediglich die aus dem babylonischen Talmud berücksichtigt werden4), wo die Methode Anwendung findet in der Auslegung solcher tannaitischer Quellen, die aus zwei בבות, einer דשא und einer סיפא bestehen, und wo stets das Stehen eines Passus in der einen בבא oder das Stehen der einen ganzen בבא als durch das Stehen des entsprechenden Passus in der andern בבא resp. durch das Stehen der andern ganzen בבא vermittelt erklärt wird5). Auch bei solcher Beschränkung muss hier auf Vollständigkeit verzichtet und kann nur das Wichtigste vorgebracht werden6). 1J Vgl. Pes. 67 b (bzgl. Nam. 5,2); Jeb. 54 b (bzgl. Lev. 19,19); 74 a (bzgl. Ex. 12,10); Sota 3 a (bzgl. Num. 6,14 vgl. dorts. Raschi sub ורבי ישמעאל); Bq. 51 a (bzgl. Ex. 21,33); 60 a (bzgl. Ex. 22,5); 84 a (bzgl. Lev. 24,20); 88 a (bzgl. Deut. 24,16); Schebu. 18 b (bzgl. Lev. 5,2); Becho. 9 b (bzgl. Deut. 15,19) u. a. 2) Vgl. z. B. Raschi Bm 23 a sub הא (bzgl. der Frage der סתס גמרא auf Grund eines דיוק); Chull. 85b sab הייגו דגזרינן חיה אמו בהמה; Tossaf. Keth. 86 b sub 93; אי a sub עד u. v. a. 3) Vgl. z. B. Raschi Chull. 19 b sub שחיטתו כשרה und sub מליקתו כשרה; Tossef. Sukka 29 b sub ק פסיק; Rh. 9 b sub ומותר לקיימן; Jeb. 17 a sub 86; כיצד a sub מאי; Keth. 90 a sub מי שהיה; Kidd. 2 b sub אי הנא קונה; Unimon. Mischnakomm. zu Pea 111,8 am Schlüsse u. v. a. Siehe auch weiter Seite 238 Note 1). 4) Der jerusalemitische Talmud wurde nur fallweise zum Vergleich heran gezogen. b) Es bleiben daher auch insbesondere die Fälle unberücksichtigt, wo die Auslegung auf die Formulieruug einer סלוגתא zwischen Tannaiten An- Wendung findet 6) Eine vollständige Darstellung soll in einer Reihe von Abhandlungen zur talmudischen Methodologie in Buchform erscheinen.