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Jeschurun · 1927-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1927) · p. Seite 232

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1927)
Date
1927-05-01
Page
Seite 232 (sequence 26)
Language
German
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282 Nordfranzösische Klassiker usw. wir aus den Tagenden und Fehlern der Vergangenheit lernen. Wir sollen erkennen, dass wir eine Bibelexegese brauchen, die nicht nur erleuchtet, sondern auch wärmt, die nicht nur unser Denken beschäftigt, sondern auch das Herz jüdisch erfasst. Eine rein nüchterne, wissenschaftlich orientierte Pschatexegese, die bloss den wechselnden oder schwankenden, hypothetischen und oft falschen Ergebnissen Rechnung trägt, die im Geiste der nichtjüdischen Bibelexegese gehalten ist, können wir nicht brauchen. Unsere Exegese soll auf den Bahnen des sinngemässen פשט wandeln, die positiven Ergebnisse der Wissenschaft verwerten, aber der Geist der Ueberlieferung muss sie beseelen, sie muss die Gedankenwelt der bisherigen Generationen wiederspiegeln, und einen Quell lebendigen, reinen Wassers, erkenntnisreichen wahren Judentums darstellen. Sie soll die Vorzüge aller jüdischen Exegetenschulen und wissenschaftlichen Errungenschaften harmonisch in sich vereinigen. Sie soll den Weg nicht nur zum Kopfe, sondern auch zum Herzen finden, unserer Jagend zum Nutzen und zum Heil unserer Zukunft. Der Thoratreuen heiligste und zugleich schönste Aufgabe sollte es sein, sich dafür einzusetzen, dass ein solcher Kommentar za unseren כתבי הקודש im לשון הקודש, evtl, nebst einer üebersetzung, ehestens entstehe. Damit soll wieder einmal dokumentiert werden, was einer unserer grössten Paschtanim aller Zeiten, Rabbi Abraham Ihn Esra, in der Vorrede zu seinem Pentateuchkommentar sagte: דרך קדמודנו אמת. וכל דבריהם אמת. והי אלקיס אמת! Beiträge zur talmudischen Methodologie. Von Dr. Simon Schlesinger, Köln. I. Stilistische Harmonie und Symmetrie. Nach der Ansicht des Talmud kann die Formulierung einer religionsgesetzlichen Quelle durch das Bedürfnis nach stilistischer Harmonie oder Symmetrie beeinflusst worden sein. Die auf dieser Ansicht beruhende exegetische Methode findet sich im

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