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Jeschurun · 1927-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1927) · p. Seite 231

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1927)
Date
1927-05-01
Page
Seite 231 (sequence 25)
Language
German
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Nordfranzösische Klassiker usw. 231 wir gesehen, nur den פשט, die trockene, nüchterne Erklärung der heiligen Schrift. Dies besiegelte ihr Los. Das jüdische Volk will bei seinem ״Lernen״ und Forschen der heiligen Schrift, wohl den פשט, aber es will zugleich niemals die Deutungen seiner Geistesheroen der früheren Zeit vermissen. Raschi und David Kimchi waren bisher die einzigen, ein jeder auf seinem Gebiete, die, nach dem Stand der Kenntnisse zu ihrer Zeit, die Synthese zwischen פשט und דרש, zwischen Tradition und Wissenschaft gefunden haben. Sie wurden für uns die klassischen Führer auf dem Gebiete der Bibelexegese und werden es trotz aller Errungenschaften und Fortschritte der Folgezeit, trotzdem sie den Forderungen der Gegenwart nicht entsprechen לם• ד.סשט'ם התםחדישיים בבל יום, noch lange Zeit sicherlich bleiben. Wir leben in einer Zeit der angespanntesten nüchternen Forschung Das Studium der hebr. Sprache und der Bibel wird leider nur von nichtjüdischer Seite mit noch nie dagewesenem Eifer und Ernst betrieben. Es mehren sich mit jedem Tage die Entdeckungen auf dem Gebiete der orientalischen Sprachwissenschaft und Archäologie. Und wenn wir — wie es eigentlich unsere Pflicht wäre — nicht dem inneren Triebe zur Erforschung der Bibel folgen, unter dem äusseren Zwange der Notwendigkeit, so werden wir uns mit der Bibel, mit unserer Bibel, intensiver beschäftigen, mit so vielen Problemen der Bibelforschung auseinandersetzen müssen. Unsere Jugend verlangt von uns mit jedem Tage dringlicher einen Bibelkommentar, der einerseits den Anforderungen der Zeit und dem Stande der Dinge gerecht wird, andererseits aber auch unserer Tradition, dem Geiste des Judentums eine Sicherung gewährleistet. Es ist ein Gebot der Stunde, ein kategorischer Imperativ der Selbsterhaltung, auf diesem Gebiete rasche und ausgiebige Abhilfe zu schaffen. Ein n Aus-dem-Wege-gehena ist unmöglich. Es nützt nichts, den Kopf in den Sand zu stecken. Und so müssen wir über kurz oder lang zu einer rettenden Tat uns aufraffen. Der wissenschaftlich jüdische Kommentar, der im Geiste und in der Ueberlieferung unserer grossen Klassiker der Exegese von unserer Zeit aus, uns den Sinn der Bibel erschliesst, muss unbedingt von unserem Geschlechte noch geschaffen werden. Dabei sollen

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