Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1927)
- Date
- 1927-05-01
- Page
- Seite 229 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Nordfranzösischo Klassiker usw. 229 Mischnah, so dass die Gelehrten sogar ihre halachischen Entscheidüngen in der Landessprache zu verfassen sich gezwungen sahen, wiewohl sie Meister des klassischen Hebräisch waren. Unubersehbär wären die Folgen gewesen, wenn nicht die Uebersetzungstätigkeit der Tibboniten und weniger anderer, die Arbeiten Ibn Esras und der Rimchis, und vor allem das Aufblühen der Thora- Zentren in Frankreich, Deutschland und Italien, wo das Hebräische vorherrschend war, einsesetzt hätten. Die Schäden, die dem jüdischen Wissen, der jüdischen Literatur aus jener Sprach-Assimilation erwachsen sind, sind kaum zu berechnen. Ein grosser Teil, ja man kann ruhig sagen, der weitaus grösste Teil der grossartigen und vielseitigen Geistesprodukte jener Periode verfiel der rr>Strafe. Was nicht ins Hebräische übertragen worden ist, blieb bis auf den heutigen Tag versunken nnd vergessen. Selbst der grösste Teil der epochemachenden Kommentare Saadjas zur Bibel teilten dieses Los! Anders war es, wie schon angedeutet, in Frankreich. Unter den dortigen Juden lebte noch lange die hebr. Sprache in ßeth-Hamidrasch, wie im jüdischen Hause. Kein Geringerer als der berühmte Rabbi Mosche Hakohen Gekatila (gest. 1060—1070) schreibt in der Vorrede in seiner hebräischen Uebersetzung des ספד הנקוד Jehuda Hajjugs: רק בני ציפת היושבים בכבול אחינו בד עשו אין רובם מכירים בלשון ערב והרבה מתבנדם את לשון הקידש ורדלץ לדג* בה. In Frankreich ist das Hebräische zu seinem Rechte gekommen. Was geschrieben wurde, brauchte sich nicht in den Galuthmantel der Landessprache zu hüllen. Wer ein יודע ספר war, verstand unser לש ן הקודש. Der Verkehr der Gelehrten untereinander vollzog sich naturgemäss erst recht in hebräischer Sprache. So schöpften Gabircls schreibt er: Der neunzehnjährige Jüngling spricht seine Entrüstung über die Vernachlässigung der heiligen Sprache aus, ,der allein unter allen bevorzugten“. Er sieht mit Schmerz, wie Sinn und Geist dieser ״blinden Schar* so versunken und untergegangen, wie sie das Wort des Propheten nicht verstehen und deuten können ... Er mahnt dann an den Eifer des Nehemiah (Neh. 18,25) für die Reinheit der hebräischen Sprache, der zürnend es nicht ertrug, dass si8 aus einer Herrin eine Magd geworden, und ״die rechtmässige Gattin dem Kebsweibe aufwartete“. — In seinem grammatischen Lehrgedicht wirft Gabirol den Juden Saragossas vor:!וחצים מדבר באדומית וחצי בלשון קדר הקודרת