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Jeschurun · 1927-03-01 · Heft 3-4 (März 1927) · p. Seite 207

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 3-4 (März 1927)
Date
1927-03-01
Page
Seite 207 (sequence 105)
Language
German
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Bücherbesprechungen 207 S M. Laser und H. Torczyner, Deutsch-hebräisches Wörterbuch. Berlin und Wien. Benjamin Harz Verlag 1927. Jedes handliche Wörterbuch des Hebräischen ist heutzutage will״ kommen. Wenn es, wie diese Neuerscheinung, in stilistischer Hinsicht übersichtlich bearbeitet ist, so hat das einen besonderen Vorzug, da so die tote Anwendung bei einem einigemassen befähigten Benutzer ausgeschlossen und eine organische Einfügung der Wörter in den Satzbau ermöglicht ist. Die Verfasser lehnen es ab, die von ihnen neu geprägten Worte als solche zu kennzeichnen, ״damit sie nach Möglichkeit Heimatrecht in der Sprache gewinnen“ (S. VII). Das ist ziemlich zweideutig. Für das noch immer im Werden begriffene Hebräisch wäre (etwa in der Einleitung) eine Liste der zur Zeit noch strittigen Ausdrücke durchaus zu begrüssen gewesen. — Wer ein deutsch hebräisches Wörterbuch abfasst, muss auch den Geist der deutschen Sprache beherrschen. Diesbezüglich scheint jedoch das Werk stiefmütterlich behandelt worden zu sein, was den Wert der Uebertragungen gelegentlich bedeutend schädigen muss (Im Folgenden sind die Angaben als Stichproben anzusehen). Schlagworte wie: abbacken, abkneipen, ab wohnen, ausschmälen, besoffen (siel), Gebrame, Palle (warum nicht auch die niederdeutsche ״Buddel?“), Stulle (warum fehlt die sächsische ״Bemme“ und das schlesische ״Schnittchen“?) wird man kaum in einem Lexikon suchen wollen. Worte wie Gebund und Gewirk sind ziemlich veraltet. Man sollte u. E. Nuancierungen nur dann bringen, wenn man sie auch im Hebräischen exakt angeben kann (vgl. z. B. sich besaufen, ״besoffen“, sich betrinken). Manche Wiederholung hätte auch sonst erspart werden können, wenn die Intelligenz des Benutzers ein wenig höher eingeschätzt worden wäre. Worin שפע אל anfliessen und שטף ,זלף anflössen zu unterscheiden ist, bleibt unerfindlich. ״Aufdringlich“ neben מרחן mit מסתולל ב wiederzugeben, heisst den Willen des Agens umkehren. Ein בבקשת mit einem Aasrufangszeichen ergibt noch lange nicht den nüancierten deutschen Ausdruck: ״Das bitte ich mir aus!“ ״An den Rechten kommen“ ist eine ironische Wendung. אסור verwässert das deutsche ״Unstatthaft“, besser ״ .אי^הגוןTempelschänder“ ist mit מחלל קדש zu weit gefasst. ״Uebermannen“ ist גבר על (vgl. בראשית מ״ט ב״ו, שמואל ב, י״א כ״ג) und nicht תתגבר על, das durchaus dem deutschen ״Sich-Ermannen“ entspricht. Man sieht, dass hier nicht zufällige Fehler vorliegen, wie sie schliesslich auch dem besten Wörterbuch anhaften. Es ist vielmehr, wie gesagt, ein mangelhaftes Begreifen des deutschen Sprachgeistes festzustellen. Trotzdem ist diesem Wörterbuch ein erfolgreicher Weg zu wünschen, da es sich von allen bisher erschienenen bedeutend zum Vorteil abhebt nnd auch seiner Ausstattung wegen vom deutschen Benutzer bevorzugt werden wird. Darum Dank den. Vf., die dem lebendigen Hebräisch zum Aufstieg verhelfen. Für eine zweite Auflage ist jedoch eine genaue Durchsicht im oben angegebenen Sinne geboten. — r.

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