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Jeschurun · 1927-03-01 · Heft 3-4 (März 1927) · p. Seite 205

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 3-4 (März 1927)
Date
1927-03-01
Page
Seite 205 (sequence 103)
Language
German
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B üch erbesprochuD gen 205 der Einen ״analogia entis“ — Religionsbegründung in der Vielheit ihrer Ausprägungen, ihr Bild nach innen den (fast bis zum Eindruck eines gewissen ״Chaos“) verwirrenden Reichtum eben derselben analogia entis in der Vielfalt ihrer Ausprägungen“. Allein eben dieses ״Chaos“ möchten wir in einer ״Ge• schichte“ der katholischen Religionsphilosophie gelichtet sehen. Ein ״Handbuch der Philosophie“ ist vor allem ein Lehrbuch. Es soll den, der schliesslich nicht auf allen Gebieten der Philosophie heimisch sein kann, orientieren. Es soll nicht der Tummelplatz origineller und darum immer subjektiv bleibender Systematisierungen sein, die den Leser einseitig und vor allem unvollständig unterrichten. — Uns Juden berührt an dieser katholischen Religionsphilosophie sympathisch, welchen ausserordentlichen Nachdruck sie auf die Offenbarung des alten Testaments legt. Man könnte ein gut Teil der entwickelten Ideen auch als Bausteine zu einer traditionellen jüdischen Religionsphilosophie verwerten. (Sehr hübsch ist auch die Einreihung der talmudischen Anschauung in den Typus coincidentia oppositorum, ״Eins des Gegensätzlichen“ ״Das Gewoge des Gegensätzlichen* im Innennnd Aussenweltbewusstsein wird hier entweder erlebt als letzlich ״Schein* gegenüber seiner unsichtbaren, unhörbaren, unspürbaren Einheit (Typus des indischen Maja und Nirwana usw.) oder als letzlich gebunden in gegebenem ruhigen Gesetz — Eins des Lebens (Typus des chinesischen Tao) oder als innerlich zur Einheit strebend in der wachsenden Geschlossenheit der Seelen (Typus der Talmudspekulation der Zerstreuung und Einigung der Schechina). . .) Die spezifisch christlichen Dogmen, die Dreiialtigkeitslehre und merkwürdigerweise auch die Erbsünde treten in den Hintergrund. Und gerade hierin ist das Widerspiel des Buches von Przywara die ,,Religionsphilosophie evangelischer Theologie“ von Brunner. Von dem Einen Gott ist verzweifelt wenig die Rede. ״Die göttliche Selbsterschliessung in Jesus Christus, der menschgewordene Logos ist Grund, Inhalt und Norm aller Aussagen des Glaubens“. Dies und das Problem der Erbsünde, wie die Gnade werden in allen Variationen abgewandelt. Die evangelische Religions- Philosophie ist für den Vf. der reformatorische Offenbarungsglaube. Er behauptet zwar, er wäre dies nur als geschichtlicher Ausgangspunkt. Doch in Wahrheit kommt er immer wieder auf diesen Ausgangspunkt zurück. Und, da es sich um eine evangelische Religionsphilosophie handelt, ist nichts dagegen zu sagen. Doch spürt man immer und überall das protestantische d. h. hier das protestierende. Nicht so sehr gegen den Katholizismus. Aber die liberale protestantische Theologie ist in viel höherem Grade Apologetik als die katholische und daher tritt auch in ihrer Religionsphilosophie in den Vordergrund die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Formen, die die christliche Religion angenommen hat. Vf. polemisiert gegen die Orthodoxie, den Rationalismus, den pietistisch-romantischen Subjektivismus und den Historismus, um dann in der zweiten Abteilung seiner Schrift betitelt ״der Sinn der Offenbarung“ die Wahrheitsmomente aus diesen vier Richtungen

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