Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1927)
- Date
- 1927-03-01
- Page
- Seite 204 (sequence 102)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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204 Bücherbesprechungen Bücherbesprechungen. P. Erich Przywara S. I.: Religionsphilosophie katholischer Theologie — Handbuch der Philosopie 8. Lieferung 104 S. D. Emil Brunner: Religionsphilosophie evangelischer Theologie — Handbuch der Philosophie der 10. Lieferung. 99 S. Beides R. Oldenbourg München und ^Berlin 1926. Ich habe wohl selten ein Buch gelesen, das in so gedrängter Kürze die unendliche Fülle des Stoffes bewältigt hätte wie Przywaras Schrift Allerdings wird so ziemlich alles abgewandelt durch die Yariierung eines einzigen Motivs, der ״analogia entis“. ״Gott und Geschöpf einander ähnlich und in eben dieser Aehnlichkeit völlig unähnlich״, mit dieser einzigen Formel werden alle Probleme der Transcendenz, Immanenz und Transcendentalität (darunter versteht Vf. eine Art Zwischenform zwischen Immanenz und, Transcendenz: Gott nicht völlig in der Weit und ebensowenig ausserhalb der Welt, sondern Gott als Ziel des Strebens) beantwortet, die gesamte Metaphysik Religionsphilosophie, Mystik von Plato bis Hartmann in den neun Typen, die jene drei Begriffe mit ihren Mischformen ergeben, untergebracht, und indem der Wahrheitskern, der in jedem Typ enthalten ist, herausgeschält wird, die katholische Religionsphilolosophie als die Einheit aller Manigfaltigkeit aufgewiesen. Aber nicht nur der Gottesbegriff, auch das Verhältnis des Menschen zu Gott und das Gottes zu den Menschen, die Probleme Leib-Geist, Gemeinschafts-Individuum und konkretes Selbstindividuum, Mystik, Kultur und Praxis des katholischen Lebens in Sittlichkeit, Wissenschaft, Kultur und Technik, alle Einzelideen des katholischen Lebensideals werden auf diese eine Wurzel der ״analogia entis“ zurückgeführt. Man steht bewundernd vor der Kraft und Wucht einer analytischen Methode, die so Vielgestaliges aus einem einzelnen Begriff zu entwickeln vermag. Naturgemäss geht es nicht ohne Gewaltsamkeiten ab. Bekanntlich ist Thomas von Aquino der ״doctor communis“ der katholischen Philosophie. Und da seine ganze Lehre auf dem Aristotelismums gegründet ist, muss seine Religionsphilosophie im Mittelpunkt einer jeden Religionsphilosophie stehen. Wie aber von dem aristotelischen ״ersten Beweger“ irgendwie der Gott abzuleiten ist, der Immanenz und Transcendenz in der ״Transcendentalität“ vereinigt und vor allem der lebendige Gott wird, den jede Religionsphilosophie braucht und nicht zuletzt die katholische, das bleibt trotz aller bestehenden Systematisierung ein Rätsel. Das 3. Kapitel ״die geschichtlichen Richtungen katholischer Religionsbegründang“ scheint mir dadurch, dass es die Darstellung der historischen Entwicklung in das Prokrustesbett der Entfaltung des Grundprinzips der ״analogia entis“ gezwängt bat, an Klarheit nicht gewonnen zu haben. Es ist sehr schön gesagt: ״Ihr geschlossenes Bild nach aussen zeigt die Einheit