Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1927-03-01 · Heft 3-4 (März 1927) · p. Seite 198

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 3-4 (März 1927)
Date
1927-03-01
Page
Seite 198 (sequence 96)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2292929-2293050-2293052--08978-2302260
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

19S Nord französische Klassiker usw. schied zwischen פשט und דרש und lehnt den ersten mit sehr schroffen Worten ab. Ferner sind von ihm vorhanden Kommentare zuJes., Ez., Hos., Echa, Ruth, Qohelet und Hiob. Aus verschiedenen Zitaten in seinen eigenen Werken ist zu ersehen, dass er auch zu den übrigen Büchern der Bibel Kommentare geschrieben hat. Auch Kara standen keine reicheren Hilfsmittel als Raschi zur Verfügung, und er ging seinen eigenen Weg in der Erklärung der Bibel. Was aber den Kommentaren Karas das eigentliche Gepräge verleiht, ist das Streben den einfachen Wortsinn der Bibel, den פשט, zu ergründen, und vor allem seine Stellung zur midraschischen Exegese, die er mit aller Schärfe verwirft. Er ist förmlich auf die Erklärung des einfachen Wortsinns eingeschworen und tritt mit einer Ablehnung der Deutungen der Agada, in vollem Gegensatz nicht nur zu Raschi, sondern auch zu seinem Oheim und Lehrer M. b. Ch. Seinen Standpunkt präzisiert er in seinem Kommentar zu I Sm. 1,17 wie folgt: . . . Der Midrasch unserer Weisen dient dazu, die Tora zu verherrlichen. Wer jedoch den natürlichen Sinn des Verses nicht kennt und dem Drasch sich zuwendet, gleicht jemandem, der von der Strömung des Flusses erfasst und in die Tiefe gezogen wird, wobei er das, was sich ihm gerade bietet, hehufs seiner Rettung erfasst. Würde er aber auf das Gotteswort wirklich seinen Sinn richten, so würde er den einfachen Sinn suchen und auch finden, nach Worten der Spr. 2, 4: ״Wenn du danach wie nach Silber forschest und es gleich Schätzen suchst, dann wirst du die Gottesfurcht erfassen und die Erkenntnis des göttlichen Wortes finden.״ Zu Jes. 5, 9 schreibt er: הט אזנך לכפוף עצמך למקרא שכל מקרא 4ומקיא שדרשוהו רבוודנו משאמרו עליו מדרש לסוף אמרו אין מקרא יוצא מידי פשוטו שאין לך מדד, יתירה כמקרא מפשוטו־. Nur an den Stellen, wo er den einfachen Sinn nicht finden konnte, sah er sich gezwungen dem דרש zu folgen. Es muss auch bemerkt werden, dass seine Gegnerschaft zur Agada nur auf solche Aussprüche sich beschränkt, die dem Pschat direkt widersprechen. Rabbi Josef Kara drang tief in die Geheimnisse des Sprachgebrauchs ein. Er wandte mit Geschick viele Interpretationsregeln -an, die er zum Teil erst entdeckt hat. Er versteht es auch, die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.