Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1927)
- Date
- 1927-03-01
- Page
- Seite 193 (sequence 91)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2292929-2293050-2293052--08973-2302255- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 2× ep/1002670
OCR text
Nordfranzösische Klassiker usw. 198 Art der Bibelexegese war sicherlich auch in der Folgezeit von segensreicher Wirkung. Zu einer ungeahnten Höhe erhob sich der auf ihn folgende Rabbenu Salomo b; Jzchak (רש״י דל). Die Kommentare Raschis sind nicht nur von Anfang an ununterbrochen voll gewürdigt und viel studiert, sondern auch von keinem übertroffen worden. Raschi wurde der bedeutendste Repräsentant der Exegese. Seine Schriftauslegung hat ihren Weg zu allen jüdischen Herzen gefunden, und bildet seit ihrem Erscheinen, im inneren Leben unseres Volkes einen gewaltigen, vielseitig sich auswirkenden Kulturfaktor. Es wäre ein verwegenes Unternehmen im Rahmen dieses Referates die Lebensgeschichte und die Tätigkeit Raschis auch nur in knappen Umrissen würdigen zu wollen. Wir werden uns daher begnügen, hier bloss auf die umfangreichen Arbeiten und Monographien über Raschi, die in den letzten hundert Jahren von verschiedenen Fachmännern und in verschiedenen Sprachen verfasst worden sind, hinzuweisen. Diese bieten oft sich ergänzende systematische Darstellungen der Persönlichkeit dieses allseitig hochgewerten Klassiker der Bibel- und Talmudexegese und der Art seiner Arbeit. Es sind dies Arbeiten von Zunz41, Berliner42, 41) Salomon b. Isaae, genannt Raschi, Zeitschrift für die Wissenschaft des Judentums 1828 (hebräisch von S. Bloch, Lemberg 1840, mit vielen Anmerkungen des Uebersetzers). Seine Charakteristik Raschis als Exegeten gipfelt in den Worten: . . . Nur dienen will er dem Werk, das durch ihn reden und verstanden werden soll, — der Aron sein für den stummen Moses. Also strebt er die heilige Schrift ihrem Urgedanken nach wiederzugebeu, Wortverstand und natürliche Hermeneutik sollen ihm dies bewirken helfen. Daher ist er dem sogenannten פשט sehr gewogen . . . Des praktischen Nutzens wegen hat er die wichtigsten Halachoth an der passenden Bibelstelle angeführt... Sein Stil ist überall natürlich, concis aber deutlich. Mit einem Buchstaben, bemerkt Azalai richtig, sagt er mehr als Andere in ganzen Reihen. Auf den (lexikalischen) Wortverstand richtet er besonderes Augenmerk, er erläutert das Wort, macht dies durch Beispiele anschaulich, setzt es grammatisch auseinander, und übersetzt es, wo er es für nötig findet . .. Seine exegetische Sorgfalt lässt ihn gewisse Uebersetzungen und Regeln sehr oft wiederholen (1. c.). 42) 'פירוש רש״י על התורה/ עם מבוא/ מהדורא א׳ וב. Zur Charakteristik