Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1927)
- Date
- 1927-03-01
- Page
- Seite 183 (sequence 81)
- Language
- German
- Belongs to
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R. David Kohen usw. 188 ehrenvollen Rufe der Avlonaer Gemeinden den Vorzug. Trotz der Berufung und der Gehaltsbestimmung musste er eine Art von Probepredigt halten. Erst dann wurde er als geistiges Oberhaupt anerkannt. In Avlona gab es drei Synagogen. Die meisten Gemeindemitglieder waren Spanier, d. h. catalonische, portugiesische und kastilische Juden. David predigte in allen drei Synagogen. Dann entstanden Reibungen und die zwei anderen Gruppen trennten sich von den Kataloniern, trotz aller Versuche 'den Frieden wiederherzustellen. Auf Anregung Davids vereinigten sich die anderen Gemeinden und verrichteten ihren Gottesdienst im Hause eines Abraham Zarfati. Die Mitglieder fanden Wohlgefallen an des Predigers Vorträgen. Er lehrte jeden Tag nach dem Gebete und erklärte ihnen die Turim des Jakob b. Ascher. Die Lehr- und Vortragsweise fand ausserordentlichen Beifall. Trotzdem wollte David nach einem Jahre die Stadt verlassen um nach Aegypten zu ziehen. Doch die Umstände führten dazu, dass David auf seinem Posten blieb. Die Verhältnisse in den Gemeinden nahmen eine schlimme Wendung. Die portugiesischen Mitglieder trennten sich wieder von den kastilischen und diese forderten, dass die Portugiesen durch die Drohung mit dem Bann zum Wiedereintritt gezwungen werden sollen. David weigerte sich, diesem Verlangen zu entsprechen, zumal er grössere Sympathien für die Portugiesen hegte. Auch waren diese in der Majorität. David verhielt sich im Streite der Gemeinden neutral. Deshalb schwiegen auch die Chachamim der Sefardim. Ein neuer Emigrant aus Lissabon, Don Salomon Kadisinti, ein hochangesehener, frommer Mann, der unterdes eingetroffen, wollte Frieden stiften. Infolge der ungesunden klimatischen Verhältnisse in Avlona erkrankte das neue Mitglied und wollte zum Dank für seine Genesung grosse Beiträge zur Verschönerung der Synagogen seiner Landsleute geloben. Dies sollte am Versöhnunstag geschehen. Don Solomon hielt am Kol-Nidre eine ergreifende Mahnrede vor der Gemeinde, zu der auch die Kastilier zählten. Doch brachte der heil Tag noch mehr Zank und Hader. Besonders wurde die Autorisation des David verachtet und die Spanier verlachten