Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1927)
- Date
- 1927-03-01
- Page
- Seite 170 (sequence 68)
- Language
- German
- Belongs to
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170 ״Metrum“ als Mittel der Textkritik usw. § 28 darüber — ohne Torczyner zu erwähnen — einfach apoäiktisch bemerkt: ״Die kleinste Strophe im Psalter hat drei Stichen,“ meine ich, gegen die These von Torczyner folgende Einwände geltend machen zu müssen. Erstens wäre es doch eine ausserordentliche Sache, wenn eine so häufige Erscheinung, wie es das Tristichon ist, auf Verkennung der echten Formgesetze althebräischer Poesie beruhte. Wie dürfte man annehmen, dass diejenigen, welche durch Hinzufügung einer dritten Zeile die Tristicha gebildet hätten, von diesen echten Gesetzen keine Ahnung besessen hätten! Zweitens kann aber auch die von Torczyner aus dem Parallelismus der Glieder hergenommene Begründung seiner These nicht als einwandfrei angesehen werden. Oder gibt es nicht neben der gewöhnlichen Epizeuxis, deren erstes Beispiel uns in ״Abraham, Abraham!1) ״. Mos. 22, 11) entgegentönt, auch eine dreifache? Jedermann erinnert sich sofort an ״Heilig, heilig, heilig ist usw.“ (Jes. 6, 3) 1). Neben dem einfachen Zusammenklang hat der Dreiklang gern sich Gehör verschafft. Und wie steht es drittens mit dem Beweismoment, das von Torczyner als unterstützendes hinzugefügt worden ist, wie aus dem obigen Zitat ersehen werden kann? Kann wirklich bei allen oder vielen Tristichen auch ״noch aus anderen Gründen nach gewiesen werden“, dass in dem Tristichon ein ״Textschaden“ vorliegt? Fassen wir, um dies festzustellen, im Buche Hiob gleich die erste Stelle ins Auge, wo ein Tristichon begegnet! Diese erste Stelle ist 3, 4: ״Jener Tag werde zu Finsternis: Nicht möge sich um ihn kümmern die Gottheit droben, und nicht möge Lichtschein über ihm aufstrahlen!“ Darüber bemerkt Torczyner: ״In V. 4 scheint bc zusammenzugehören (Bickell, Beer): ״Nicht hätt’ nach ihm gefragt Gott oben, nicht strahlte über ihm ein Licht2״), nicht aber a ״wär’ *) Alle biblischen Beispiele sind gesammelt und durch Analogien aus mehreren Literaturen beleuchtet in ״Stilistik״, S. 155—157. 2) Die Uebersetzung von אל וג׳ mit ״Nicht hätt’ usw.״ und von אל הופע mit ״nicht strahlte usw.“ besitzt keine syntaktische ratio.