Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1927)
- Date
- 1927-03-01
- Page
- Seite 167 (sequence 65)
- Language
- German
- Belongs to
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,,Metrum“ als Mittel der Textkritik nsw. 167 weniger geistvoll ist der neue Text gegenüber dem massoretisehen Gedanken, dass der Name des Ewigen auf der ganzen Erde herrlich ist, weil das ihm auf der Erde gespendete Lob ein Widerhall des ihm am und über den Himmeln gesungenen Lobpreises ist (vgl. meinen Komm. z. St.). — Bei 9, 7 hören wir das Orakel: המה״ gehört, wie das Versmass sicher beweist, zum Folgenden“ (S. 85). So meint er 4+4״“ Hebungen hersteilen zu dürfen. Was da wieder einmal für ״sicher“ erklärt wird! Auch bei 9, 14 diktiert er einfach: משנאי,״ gehört dem Versmass zufolge zu 14b“. Anderwärts verliert er selbst das Vertrauen auf seine Theorie, denn zu 9,18 schreibt er: ״In der ersten Halbzeile fehlt vielleicht ein Vers; Sieyers ergänzt ירית, vor לשאולה“. Dagegen wieder bei 10, 3ff. meint er mit Sicherheit behaupten zu können: ״Man wird sich um die Wiederherstellung des Textes bemühen“, ״wobei das Versmass gute Dienste leistet“. — Bei 10, 10 a steht wieder einfach ohne Beweis: ״Der Halbzeile fehlt ein Wort“, wie bei 12a ״Vers überfüllt“ (S. 39) und ״in 12 b fehlt ein Versfuss“. Auch 18b ״ist — für Gunkel — überfüllt, aber leicht ist עוד zu entfernen“. Ich denke, dass diese Proben, die mit Absicht gleich aus den ersten zehn Psalmen gesammelt worden sind, genügen, um dem Leser ein Bild von der grossen Ausdehnung zu verschaffen, in welcher diese Ansicht neuester Kommentatoren den überlieferten Textbestand der althebräischen Dichtungen in seiner Sicherheit bedrohen. 2. Dazu gesellt sich weiterhin noch der Einfluss, den die Theorie von der Herrschaft des ״glatten Metrums״ auf die Textgestaltung vielfach ausübt. Nämlich wie den Lesern mehr oder weniger deutlich bekannt sein wird, ist es eine neuerdings heiss umstrittene Frage, ob der althebräische Dichter in einem Gedichte mit Freiheit zwischen verschieden langen Zeilen habe wählen dürfen, oder jedes Gedicht ein ״durchlaufendes g 1 a 11 e s Metrum“ besitzen müsse1). Aber lassen wir ז) Die neuesten Vertreter jeder dieser beiden Ansichten sind in meiner Meinen ״Hebräischen Rhythmik“, S. 50 aufgezählt.