Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1927-03-01 · Heft 3-4 (März 1927) · p. Seite 164

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 3-4 (März 1927)
Date
1927-03-01
Page
Seite 164 (sequence 62)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2292929-2293050-2293052--08944-2302226
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

164 ״Metrum“ als Mittel der Textkritik usw. Poesie doch oftmals, wie gleich von Sievers selbst, von Versfüssen und Metrik dieser Poesie gesprochen wird, so begegnet auch in den neuesten Kommentaren auf Schritt und Tritt die Verwendung des ״Metrums“ als eines Hilfsmittels der Textkorrektur. Wie geschieht dies nun im einzelnen und wie ist es zu beurteilen? 1. Fassen wir zunächst die Längenverhältnisse der miteinander im Parallelismus membrorum stehenden Zeilen ins Auge! Inbezug auf sie liest man in den Kommentaren oft die Aeusserung ״metrisch überladen“ oder ״metrisch defekt“. Besteht zu diesen Urteilen ein Recht? Das wäre ja nur dann der Fall, wenn in der althebräischen Dichtung das Gesetz bestünde, dass die parallelgehenden Zeilen die gleiche Zahl von Hebungen haben müssen. Um dies beurteilen zu können, muss ich nebenbei daran erinnern, dass die Frage, welche Silben als Hebungen fungieren, wohl zuerst in meiner kleinen ״Hebräischen Rhythmik (S. 32 f.) und darnach im Psalmenkommentar (S. 14 f.) in genügender Weise beantwortet worden ist. Nach den da gefundenen Gesetzen besitzt z. B.5) כנשר יעיר קנו Mos. 32,11 aa) drei Hebungen, aber die parallele Zeile על״יגוזליו ירחף nur zwei Hebungen. Ebenso drei \\ zwei Hebungen stehen in V. 11 b a und ß. Diesem Stichos meint Sievers ebenfalls drei Hebungen übersprungen geben zu müssen und befiehlt deshalb (a. a. 0., S. 415): ״Lies עלי! “ Aber es ist docheben dieFrage, ob solche mechanische Gleichheit erstrebt werden sollte. Wenn der Dichter sich dieses Grundgesetzes bewusst gewesen wäre, hätte er selbst עלי gesetzt. Ferner 25) גם~בדוור גם־יבתולה a a) hat zwei Hebungen, obgleich Sievers S. 417 dem Stichos 25 a a ohne alles Recht drei Hebungen zuspricht; aber יונק עם־יאיש שיבה besitzt drei. Unstreitig zwei!ן drei Hebungen liegen in 26 a (אמרתי אפא״הם) und b (אשביתה מאנוש זכרם) vor. Weiterhin finden wir vier |J zwei Hebungen in 27 a a und ß. Genug der Beispiele, das Urteil ist sicher begründet, dass die parallelen Zeilen althebräischer Gedichte nicht durchaus die gleiche Zahl von Hebungen erstrebt haben. Hat dabei

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.