Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1927)
- Date
- 1927-03-01
- Page
- Seite 163 (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
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״Metrum“ als Mittel der Textkritik usw. 163 andererseits doch die Silben gemessen und gezählt haben? Weshalb sollen die Zeilen der althebräischen Poesie nicht einfach so wie beim Nibelungenlied verlaufen? In ״Uns ist in alten maeren Wunders vil geseit von heleden lobebaeren, von grozer küonheit״ wird nur akzentuiert, aber nicht gemessen und gezählt. Deshalb vertrete ich mit den meisten Gelehrten dieses Urteil: Der Rhythmus der althebräischen Poesie liegt im Wechsel zwischen betonten undje einer oder mehreren unbetonten Silben. Dieser akzentuierende Rhythmus der althebräischen Dichtung besitzt nicht bloss Parallelen bei den Babyloniern, sondern er wird auch durch die Beschaffenheit der Lieder bestätigt, die von einem genauesten Kenner (Ludwig Schneller)*) so charakterisiert: ״Die Rhythmen sind mannigfaltig. Eine Zeile kann zwei bis acht Hebungen haben, und zwischen zwei Hebungen werden oft drei Senkungen bequem untergebracht. Herzensbewegung und Affekt bestimmen Gleichmass und Abweehslung״. Dieses Urteil ist von mir mit eingehender Diskussion aller Vorarbeiten in meiner ״Stilistik, Rhetorik, Poetik“ (1900), S. 313—338 begründet und dann 1901 von dem Germanisten Sievers in seinen ״Studien zur Metrik der Hebräer״ fast, aber nicht ganz ebenso gefällt worden. Darauf aber habe ich 1914 in meinem Schriftchen ״Hebräische Rhythmik״ in voll diskutierender Erörterung die Bedenken begründet, die gegen mehrere wichtige Nebenaufstellungen von Sievers erhoben werden müssen, wie diese Einwände auch im Psalmenkommentar (S. 15) kurz besprochen sind. Da dies der tatsächliche Verlauf der Dinge war, muss man sich doch sehr wundern, wenn ein anderer Rezensent meines Psalmenkommentars mir ״dilettierende Gefolg- Schaft von Sievers״ nachsagt. Weil aber nun trotz des prinzipiell anerkannten a k z e n - tuierenden Charakters des Rhythmus der althebräischen 0 ln ״Kennst da das Land?״, Abschnitt ״Musik״.