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Jeschurun · 1927-03-01 · Heft 3-4 (März 1927) · p. Seite 162

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 3-4 (März 1927)
Date
1927-03-01
Page
Seite 162 (sequence 60)
Language
German
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162 ״Metrum“ als Mittel der Textkritik usw. gar nicht zum Bewusstsein gekommen. Deshalb muss sie hier zunächst, wenn auch nur so kurz als möglich beantwortet werden. Glücklicherweise kann dabei von einem zweifellosen Satze ausgegangen werden, und dieser lautet: Metrum kann eiDer Poesie nach der Natur der Sache nur dann zugeschrieben werden, wenn sie quantitierenden Rhythmus besitzt. Nun sind freilich im Laufe der Zeit manche Versuche gemacht worden, in der althebräischen Dichtung die Herrschaft der Silbenquantität nachzuweisen. Um nicht die ganze Reihe dieser Versuche, die im Psalmenkommentar S. 12 f. beurteilt worden sind, hier wieder Revue passieren zu lassen, sei nur auf die neuesten und feinsten Versuche, diese Position aufrechtzuerhalten, ein kritischer Blick geworfen. Nach Nivard Schlögl, Die echte biblisch-hebräische Metrik (1912), S. 77 ״beruht das hebräische Metrum zwar in erster Linie auf dem Akzent, aber nicht auf diesem allein, sondern zugleich auch auf der Quantität der Silben״, Aber dies ist schon an sich eine unklare Vermischung zweier prinzipiell verschiedener Arten von Grundlagen des Rhythmus. Sodann nimmt er den Satz zu Hilfe, dass in der hebräischen Metrik nicht zwei Haupttonsilben aufeinander folgen dürften. Jedoch dies ist zu bezweifeln, denn wenigstens auch in den Gedichten, die im jetzigen Palästina *) gesungen werden und die von Schlögl nicht als Analogien verwertet worden sind, ״stossen zuweilen auch zwei betonte Silben unmittelbar aufeinander“. Ferner Eicanon Isaacs kommt1 2 * *) zu dem Urteil: ״An accented syllable counts a& twomorae, an unaccented syllable as one“. Auf diese Weise will auch er das akzentuierende Prinzip des Rhythmus mit dem quantitierenden verknüpfen. Aber weshalb soll diese unklare Zwitter Stellung gerade der althebräischen Dichtung zugeschrieben werden8)? Weshalb sollen nur die Dichter Altisraels einerseits auf dem Standpunkt des akzentuierenden Rhythmus gestanden und 1j Nach Qu. Dalman (Palästinischer Diwan S. XXIII) und nach L&hr (Der arabische Dialekt usw., §. 216 ff). 2J In The American Journal of Semitic Languages (1918/19), p. 20 ff. 8) Schon Augustin (8t. 430) hat doch die richtige Erkenntnis so klar in die einfachen Worte gekleidet: *Non omnis rhythmus metrum esta.

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