Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1927)
- Date
- 1927-03-01
- Page
- Seite 157 (sequence 55)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2292929-2293050-2293052--08937-2302219- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die jüdische Geschichtsschreibung usw. 157 bis zu R. Abdime, dann die Feststellung, dass er die 87. Generation (seit Adam) ist. Hierauf werden nochmals zwei Generationen genannt mit der Bemerkung, dass der letzte Nachkomme, R.Chazub, die 89. Generation ist. Auffällig ist der Wechsel in der Sprache des S. 0. s. Der Anfang ist rein hebräisch. Von der Erzählung über die Hasmonäerzeit an beginnen aramäische Worte. Vom Betarkrieg an ist das Aramäische vorherrschend21). Die Geschichte Mar Sutras 11 ist rein aramäisch, die Genealogie der Nachkommen Mar Sutras III. ist wieder rein hebräisch. Es mag sein, dass Seder Olam sutta einen jahrhundertelang fortgeführten Stammbaum der Exilarchen als Vorlage hatte22). Bis in die Anfangszeit des zweiten Tempels sind wohl andere hebräische Quellen, in der Hauptsache die Bibel und Seder olam rabba benutzt23). Von da an würde der Stammbaum des Davidischen Hauses bearbeitet sein. Manche Notizen des S. 0. sutta mögen bereits dieser Vorlage entstammen, manche von dem Redaktor aus anderen Quellen entnommen sein, ohne dass er die Sprache der aus verschiedenen Zeiten und Vorlagen stammenden Stücke einheitlich ausgeglichen hätte. So würde sich der vielfache Wechsel der Sprache am einfachsten erklären. Zweifellos war es die Absicht des Verfassers, die Davidische Abstammung des Exilarchenhauses nachzuweisen, insbesondere der von Mar Sutra III. abgeleiteten palästinensischen Linie. Auffällig ist die Nichterwähnung der Exilarchen und der Saboraim und Geonim, die in den ersten Jahrhunderten nach Mar Sutra III. in Babylonien wirkten. Doch liegt kein Grund vor, dies für eine antibabylonische Tendenz zu halten, etwa gar als Nichtanerkennung des babylonischen Exilarchenhauses. Hierzu wäre nötig gewesen, Mar Sutra III. als den einzig überlebenden Sohn Mar Sutras II. zu bezeichnen. Das geschieht aber nicht. Möglich 2 9 Hierdurch wird ein Moment für die Annahme der späteren Interpolation der aramäischen Mar Sutra-Erzählung hinfällig (vgl. Lazarus, S. 29, Anmerkung 1). 22) Vgl• Lazarus, S. 82. 23) Vgl. Lazarus, S. 10 ff.