Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1927)
- Date
- 1927-03-01
- Page
- Seite 153 (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
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Die jüdische Geschichtsschreibung usw. 153 leicht sogar Saboraim, erwähnt R. Scherira in seiner Iggeret.7) Sie dienten zum Teile dem Sendschreiben als Vorlage. Mit Rücksicht auf wesentliche Unterschiede in der geschichtlichen Ueberlieferung aus der Zeit der Saboraim und Geonim zwischen R. Scherira und anderen Tradenten wird mit Recht angenommen, dass es besondere Aufzeichnungen in Sura und Pumbedita gab.8) Doch ist bis jetzt keine solche Chronik aufgefunden. Die älteste uns erhaltene jüdische Chronik des Mittelalters ist wohl Seder Olam sutta9) — סדר עולם זוטא — Diese ״kleine Weltordnung“ trägt offenkundig ihren Namen in Anlehnung an den tannaitischen Seder Olam, der seinerseits zur Unterscheidung von seiner jüngeren Nachahmerin die Be- Zeichnung ״rabba“ erhielt.10) Seder Olam sutta ist eine Chronik von Adam bis R. Chazub, einem Nachkommen des im sechsten Jahrhundert nach Palästina ausgewanderten Exilarchen Mar Sutra.11) Ursprünglich schloss sie wohl mit R. Chazub’s Grossvater, R. Abdime; später wurden noch zwei Generationen hin- 7) ed. Lewin S. 9S schreibt R. Scherira bei der Behandlung der letzten Amoraimgeneration ובתריה [דבר רחופי] מלך רב סמא בריה דרבא ובאותו הפרק דיליה ודמר בר רב אשי שמענו מן הראשונים וראינו כתוב בספרי זכרוביהם דבעו רחמי ובעלעית תנינא ליזדגדד מלכא. R. Scherira sagt aber ausdrücklich, dass er die Erzählung vom Untergang Jesdegers in den ״Büchern der Erinnerung“ der Früheren niedergeschrieben fand. Ob ״die Früheren“ Saboraim oder Geonim sind, lässt sich nicht entscheiden. — Auf S. 97/98 erzählt er: ורובא דרבנן סבוראי שכיבו בשנים מועטות דהכי פירשו גאונים בספרי זכרוניהם בדברי הימים; die meisten französischen Handschriften lesen: .ראשונים בספרי זכרונות דברי הימים ספרי זכרונות דברי הימים sind wohl identisch mit den auf S. 98 erwähnten ספרי זכרונות. Trotz des Ausdruckes גאונים der spanischen Handschriften könnte es sich um Aufzeichnungen der Saboraim handeln, da R. Scherira sogar den Amora Rab Aschi als גאון bezeichnet (S. 90, Z. 15). Doch lässt es sich nicht bestimmen. Vielleicht handelt es sich um Chroniken, die bereits von den Saboraim begonnen sind und während der ganzen Geonimzeit weitergeführt wurden. 8) Vgl. A, Epstein in Harkavy’s Jubelschrift, S. 166 ff. 9) Vgl. zu den folgenden Ausführungen Zunz, G. V. S. 185 ff. und F. Lazarus, Die Häupter der Vertriebenen (Brülls Jahrbücher X). 10) Vgl. Zunz G. V. S. 111 und Lazarus a. a. 0., S. 8 Anm. 9. 1!) Ueber die Zeit der Auswanderung vgl. Exkurs. 4