Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1927-03-01 · Heft 3-4 (März 1927) · p. Seite 152

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 3-4 (März 1927)
Date
1927-03-01
Page
Seite 152 (sequence 50)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2292929-2293050-2293052--08932-2302214
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

152 Die jüdische Geschichtsschreibung usw. verfasste kleine Buch (4מעשה בית דוד בימי, מלכות פרס erzählt, stark mit Sagen vermischt, die Geschichte des um die Mitte des sechsten Jahrhunderts lebenden Exilarchen Bostanai, wie er allein, noch ungeboren, durch einen Traum des Perserkönigs gerettet wurde, nachdem alle lebende Angehörige der Exilarchenfamilie ermordet waren. Wie er, zum Jüngling berangereift, in An- Wesenheit des Königs von einem Insekt die Stirn sich blutig stechen liess, weil er es aus Anstand gegen den Herrscher nicht verscheuchen wollte, und der König, gerührt durch diese Standhaftigkeit, ihm wieder die Exilarchenwürde übertrug. Als die Araber den Irak eroberten, stand Bostanai in hoher Guust beim Kalifen. Er bestätigte ihn in seinem Amte; ja, als Zeichen der;Anerkennung des fürstlichen Ranges gab er ihm eine Tochter des früheren Perserkönigs zur Gattin. — Dieses Bostanaibuch nimmt Bezug auf eine alte Quelle ספר הזכרדנות לבית דוד, das wohl identisch mit dem ebenfalls zitierten ספרי בית דוד ist. In der Erzählung wird mit grossem Nachdruck betont, dass Bostanai die persische Prinzessin erst nach ihrem Uebertritt zum Judentum als legitime Gattin heiratete. Nach dem Tode des Vaters hätten die Söhne Bostanais aus anderer Ehe die Legitimität der Söhne der Perserin bestritten, seien aber zurückgewiesen worden. Das ספר הזברלנות — oder seine Vorlage ־־י ist wohl zur Zeit verfasst, da die Nachkommen der persischen Königstochter endgültig für legitim erklärt waren.5) Das geschah unter dem Gaonat des Mar (bar6) Schemuel, in der ersten Hälfte des achten Jahrhunderts. Aus dieser Zeit mag die Erzählung stammen. Ihre Entstehung verdankt sie augenscheinlich dem Streite der Exilarchenlinien. Geschichtliche Aufzeichnungen der früheren Geonim, viel- 5) Tykozinski a. a. 0., S. 160 meint allerdings unsere Erzählung, welche die Heirat mit der persischen Prinzessin so anschaulich schildert, müsse aus einer Zeit stammen, da man den Streit um die Legitimität schon vergessen hatte, also etwa im 9ten Jahrhundert. Doch scheint es einleuchtender, dass sie gerade zur Bekräftigung der eben ausgesprochenen Legitimität des einen Zweiges des Exilarchenhauses dienen sollte. 6) Vgl«!אגרת י' שרירא גאי ed. Lewia (Haifa 6681), S. 106, Anm. 2.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.