Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1927)
- Date
- 1927-03-01
- Page
- Seite 146 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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146 Ein verkanntes Wort im Jeruschalmi im Babli) oft wahrzunehmeu. So hat z. B. j. Sabb. VI, Folio 8b fast zu jedem Worte in Jes. III; 18 ff. entweder ein aramäisches oder griechisches Aequivalent1 2). Uns interessiert daraus die Erklärung von שביסים; erst wird es gleichgesetzt mit שלטובייה, sodann wird bemerkt: כמה דאת אמר שכיס של סככה; dieses ist offenbar ein Zitat aus M. Negaim XI, 11 ז und der Jeruschalmi will sagen, שביס״ם der Stelle Jes. III, 18 lebt fort im Mischnischen שביס של סבכה. Man sieht zugleich, dass שכבה der Schrift hier mit Samech geschrieben wird, und das Gleiche finden wir z. B. in M. Kelim XXVIII, 9, 10 und Beresehith R. 19,7 p. 176 ed. Theodor: צוצלין קולוכדן סבכין (vgl. Talm. Arch. I, 615 Anm. 634). Ich nehme nun an, dass auch j. Sabb. 7d Z. 34 סביסה für שביסה hat (obzwar hier Samech für שי׳ן ימנית), was ebenfalls vorkommt, wie denn schon im Biblischhebräisehen bei סריון) שריון ,שדר) etc. Ich habe aber natürlich nichts dagegen, wenn man im Jeruschalmi einen Schreibfehler für שביסה annimmt. Dieses Wort halte ich für die aramäische Form von bh. שביס. Dass im Jeruschalmi שכוסה steht (mit Vav) kann vielleicht ebenfalls mit der aramäischen Form gerechtfertigt werden. Ich will nun zu ergründen suchen, wTas dieses mischnisehe שביס ist; wir sind hierbei nicht so verlassen an Quellen, wie man glaubt. Dieses mischnisehe Wort wird von jeher mit 2שביסים) in Jes. III, 18 in Zusammenhang gebracht3), und das ג) Ich habe die ganze Steile erklärt in meinem Aufsatze ״Akylas“ in Steinschneider-Festschrift; 8. auch in Lehrwörter und in Talm. Areh. (laut Schlagwort bezw. Register). In שרידי ירושלמי ed L. Ginsberg S. 80 ist hier eine Lücke; die Stelle mit מנוסה ist hier gar nicht vorhanden. 2) Siehe meinen (hebr.) Kommentar z. St. Ich habe mich dort für Schröder, comm. de vestitu mulierum (1745) entschlossen, aber die traditionelle Erläuterung sieht in שביסים mit Recht eine Art Kopfputz. 3) In Gesenius’ Wb. 16. Auü. wird auf Levy, Nh. Wb. IV, 498 verwiesen, aber während Levy dem Sinne nach richtig ״Kopfputz der Weiber״ ״etwa Kopfbinde״ hat, steht bei Gesenius ״Stirnbänder״, was doch was anderes ist; was ferner bei Gesenius gesagt wird: ״von einem Ohre zum andern reichend״, bringt Levy aus R. Simson zu M. Kelim XXVIII, 10, stammt aber in Wirklichkeit aus Tosefta Kelim bb. V Ende (3. bei uns w. u ).