Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1927-03-01 · Heft 3-4 (März 1927) · p. Seite 139

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 3-4 (März 1927)
Date
1927-03-01
Page
Seite 139 (sequence 37)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2292929-2293050-2293052--08919-2302201
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Das Karäertum 139 Das Karäertum (Wesen, Entstehung und Entwickelung) Von Prof. Dr. Isaak Markon. (Fortsetzung) Nachdem Karkasani, wie geschildert, einen kurzen Ueberblick über die zahlreichen Meinungsverschiedenheiten gegeben, die bei Karäern in verschiedenen Gegenden vorkamen und noch Vorkommen, fugt er, um einer eventuellen Verspottung dieses Streites von seiten der Rabbaniten zu begegnen, folgendes hinzu: ״Vielleicht werden die kaiäischen Leser es tadeln, dass ich darüber schreibe. Denn die Rabbaniten könnten es als Beleg den Vorwürfen gegenüber, die sie ihnen bezüglich der zwischen Palästinensern und Babyloniern herrschenden Meinungsverschiedenheiten machen, benützen. Doch die karäischen Leser mögen sich beruhigen. Zwischen uns und den Rabbaniten besteht in dieser Beziehung ein grosser Unterschied. Jene nämlich behaupten, alle ihre Gesetze und Regeln seien von den Propheten überliefert. Dann aber dürfte es doch bei ihnen keine Meinungsverschiedenheiten geben; durch ihre Meinungsverschiedenheiten wird also ihre anspruchsvolle Behauptung widerlegt. Unsere Ansichten aber sind der letzte Schluss unserer Vernunft und diese kann zu verschiedenen Auffassungen gelangen“. Die oben genannten Sekten, die sich nacheinander nach Anans Auftreten im Karäertum bildeten, waren nicht von langem Bestand und verschwanden ebenso schnell wie sie entstanden waren. Sie hinterliessen fast keine Spur im Karäertum und man wüsste nichts von ihnen, würden sie nicht öfters von David Al-Mukamez, Karkasani und Jehuda Hadassi erwähnt Einige von einander abweichende Mitteilungen über sie finden sich auch bei manchen muselmännischen Autoren, wie z. B. Schahrastani, Makrisi, Al-Biruni, doch pflegten diese jeden Weisen, der öffentlich auftrat und Schüler und Zuhörer um sich sammelte, als Sektengründer zu betrachten, und kamen auf diese Weise zu 70 Sekten im Judentum. Die Bedeutung dieser zahlreichen Sekten für die Geschichte des Karäertums liegt darin, dass sie die antitalmudische Bewegung

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.