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Jeschurun · 1927-03-01 · Heft 3-4 (März 1927) · p. Seite 129

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 3-4 (März 1927)
Date
1927-03-01
Page
Seite 129 (sequence 27)
Language
German
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Jüdisches Leben usw. 129 sinn für den Yäterglauben erwiesen hätten, in ihren Bestrebungen und Gedanken zur Bewusstmachung jüdischer Lebensgestaltung und jüdischen Solidaritätsgefühls mit allen Mitteln und Kräften zu unterstützen. Hier dürfte sich keine jüdische Gemeinschaft und keine Partei ausschliessen. Gewiss Hegt dem Judentum Proselytenmacherei fern. Aber hier gilt es, Brüder unsres Fleisches und Herkommens, deren Blut das unsrige anruft, deren Geschichte der unsrigen nie verbleichenden Glanz verliehen, auf den Weg zum bewussten Judentum zurückzuleiten, hier ist es heiligste Aufgabe der Gesamtjudenheit, einzugreifen und wenigstens einen Weg zu versuchen. Die praktischen Möglichkeiten zur Verwirklichung dieses Ideals aufzudecken, dies muss Aufgabe und gemeinsame Sorge aller jüdischen Organisationen werden. Eine wertvolle Ergänzung, gleichsam eine anschauliche Illustration zur theoretischen Schrift Lucien Wolfs, bietet der spanische Roman, dessen Besprechung wir uns jetzt zu• wenden, der ein lebendiges Bild vom Schicksal der Marannen in dem heutigen Spanien und seinen Nachbarinseln entwirft. Der Roman: Die Toten befehlen1) von dem im Weltkriege vielgenannten, wegen seiner antimonarchischen Gesinnung nach Paris exilierten spanischen Romanciers Vincente Blasco Ibanez, behandelt das Leben der Bevölkerung auf Mallorca, der im Osten Spaniens liegenden Inselgruppe, und verflicht in geschickterWeise die Geschicke der Urbewohner der Insel mit dem der dort eingewanderten Marannen oder Neu Christen. Schon der Titel des Werks ist symbolisch. Blasco Ibahez ist ein getreuer Jünger Emile Zolas, er ist zwar nach seiner Technik konsequenter Realist; er stellt die Helden seiner Romane 2) als Produkt ihres Milieus dar, als aus Volk, Abstammung, Umweit, Lebenssphäre Gewordenes, dies ist das konstituierende Merkmal seines dichterischen Schaffens. Gleichzeitig ist aber Ibanez, gleich seinem Meister Zola, Symbolist, das heisst, er נ) übersetzt erschienen in der Kosmopolis-Romanfolge bei Paul List, Leipzig 1926. 2) vgl. PetriconijDie spanische Literatur der Gegen wart, Wiesbaden 1926

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