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Jeschurun · 1927-03-01 · Heft 3-4 (März 1927) · p. Seite 124

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 3-4 (März 1927)
Date
1927-03-01
Page
Seite 124 (sequence 22)
Language
German
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Jüdisches Leben nsw. 121 Jüdisches Leben im modernen Spanien und Portugal. Von Dr. Armin Blas, Hamburg. Wir hatten uns gewöhnt, an das Judentum Spaniens und Portugals als an etwas Begrabenes, Ausgelösehtes zu denken. Spanien, das einst hochgerühmte, war für uns Moderne kein Erlebnis mehr• Kaum dass sich die historische Forschung mit dieser Glanzepoche jüdisch-mittelalterlichen Lebens beschäftigte, für die Gegenwart schien aller Erlebnisgehalt erstorben, und kein Märchenprinz meldete sich, der erstarrten Schöne diese* jüdisch* klassischen Bodens neues Leben einzuhauchen. Und während in Palästina, unsrer uralten Heimstätte, Tausende Hände und Köpfe sich regten, um den Boden nach Resten jüdischer Kulturdenkmäler zu durchforschen, blieben wir vor dem stolzesten Abschnitt jüdischer Galuthgeschichte, vor dem perikleischen Zeitalter jüdisch-mittelalterlicher Kultur untätig stehen, kein Forscher machte bisher einen ernsthaften Versuch* auf der pyrenäischen Halbinsel nach vergrabenen Kunstschätzen zu schürfen, nach jüdischen Baudenkmälern auszuschauen. Ewige Versteinerung schien das Schicksal Spaniens wie seiner einstigen Judenherrlichkeit zu bleiben, und nur vereinzelte Belletristen (Disraeli, Lehmann u. a.) unternahmen es, in Romanform phantastisch-schattenhafte Lichter auf die vergangenen Jahrhunderte zu werfen. Doch für die jüdische Gegenwart schien Spanien- Portugal ein leerer Schall geworden. Da plötzlich regt es sich in den Ruinen, die verdorrten Gebeine beleben sich, ein Lichtstrahl dringt aus dem Dunkel — stehen wir an einer Zeitenwende? Zwei Kulturdokumente, gering an Umfang, doch schwerwiegenden Gehaltes, liegen vor uns, beide bringen uns seltsame Kunde von der längst versunken geglaubten Atlantis jüdischen Lebens• Aus der iberischenHalbinsel, einst Krone und Mittelpunkt jüdisch-mittelalterlicher Kulturhöhe,,

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