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Jeschurun · 1927-03-01 · Heft 3-4 (März 1927) · p. Seite 111

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 3-4 (März 1927)
Date
1927-03-01
Page
Seite 111 (sequence 9)
Language
German
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Pessimismus und Messiashoffnung 111 ausserhalb der willensbeherrschten Welt stellen, wird gleichsam willenlos, bedürfnislos, ohne Trieb zur Leistung. Das einzige Mittel, das ihm Befriedigung, Seelenruhe und Freude gewährt, ist die K u n s t. Diese Scheinwelt ist die erlöste Welt. Der echte Pessimismus gründet sich also auf zwei Voraus- Setzungen: 1. auf die Sinnlosigkeit des Willens zum Leben, 2. auf unsere Unfreiheit, solange wir dem Leben dienen und den Willen zum Leben befriedigen wollen. Diese zwei Sätze sind natürlich nicht von einander unabhängig. Solange der Wille als unfrei betrachtet wird, so ist schon deshalb alles Geschehen sinnlos: Man erschauert bei dem Gedanken des l’homme machine. Solange ferner alles Tun und Streben der Menschenkinder nur ein Ablauf eines sinnlosen Weltprozesses ist, der in sieb keine Richtung und Tendenz kennt, ist natürlich auch jedes Gerichtetsein und jede Zielstrebigkeit, jede Vernunft gern ässe Entfaltung des Wollens ein Unding. Darum allein schon ist das Judentum das grösste Ereignis in allem Weltgeschehen, weil es für die Weltgeschichte und alle Menschenentwicklung einen Sinn, ein letztes Endziel, ein acharith hajamim proklamiert hat und damit zugleich unsrem Willen seine Uebereinstimmung mit diesen letzten Weltzielen als Richtungspunkt der Ewigkeit festgelegt hat. Die Menschentat, als einziges, erstes und letztes Mittel zur Gewinnung des Welt- Zieles, ist damit zum Angelpunkt allen Geschehens erhöhen. Darin liegt die neue Einstellung zum Weltganzen. Am Eingang zum Tempel des Judentums steht: Die Tat des Menschen allein ist das Schicksal, das Bestimmende der Welt. Diese Tat ist frei, d. h. sie kann den letzten Zielen des Weltganzen gemäss sein. Von der Entscheidung der Menschheit hängt es also ab, ob die Welt einen Wert hat oder nicht. Denn ohne das Weltziel führt die Sinnlosigkeit des Willens zum Leben notwendig in den Abgrund des Pessimismus, einer verlorenen Welt zurück. אם ישראל מקבלים את התורה מוטב, ואם לאל

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