Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 97 (sequence 101)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Bemerkungen 97 Bemerkungen. Von Herrn Professor S. Dubnow geht mir folgender Brief zu: Gestatten Sie mir, anlässlich des Artikels des Hem Dr. M. Auerbach: ״Eine ungerechte Beschuldigung gegen E. Moses ben Maimon“ (״Jeschurun“ 1926, Heft 11—12־) in aller Kurze folgendes zu bemerken: ״Ungerecht“ ist m. E. schon der Titel des Artikels. Yon einer ״Beschuldigung“ des Maimonides, er hatte die Maske des Islam zur Schau getragen, ist in meiner ״Geschichte“ überhaupt nicht die Hede. Mein non liquet hinsichtlich dieser umstrittenen Frage kommt sogar in der von Herrn Dr. Auerbach angeführten SteBe mit aller Deutlichkeit zum Ausdruck. Ich möchte diese ausschlaggebende Stelle unter Berichtigung eines i&psus, der im ״Jeschurana S. 596 stehen geblieben ist, hier noch einmal wiederholen. Im IV. Bande meiner Geschichte (S. 388f. und nicht 348 f., wie versehentlich zitiert ist) heisst es: ״Es bleibt ungewiss, ob es der Familie des Maimonides gelang, diesem Los zu entgehen. Moses selbst blieben jedenfalls die Gewissens quälen der ״Anussim“ . . . , die gezwungen waren, ein islamitisches Lippenbekenntnis (im ״Jeschurun“ irrtümlicherweise ״Glaubensbekenntnis“) abzulegen, nicht erspart“. An einer anderen, von Dr. Auerbach nicht angeführten Stelle (S. 468) heisst es bei mir: ״Es scheint, dass auch die Ankömmlinge (die Familie des Maimonides) unter der Eeligionsnot zu leiden hatten und ihre Zugehörigkeit zum Judentum geheimhalten mussten“• Aus den zitierten Stellen ergeben sieb einzig und allein die folgenden Schlussfolgerungen: 1. dass ich die umstrittene Frage als ungelöst erachte; 2. dass ich mit aller Behutsamkeit lediglich von den ״Gewissensqualen der Anussim“ gesprochen habe, die Maimonides, sei es als Mitleidendem oder aber nur als Mitleid Empfindendem beschieden gewesen sein mochten, und 8. dass ich die Matmassung nicht von der Hand weise, es könnte in diesem Falle zu einer Geheimhaltung des jüdischen Bekenntnisses, jedoch ohne Anerkennung der islamitischen Glaubensformel gekommen sein. Die Gründe, die mich dazu bewogen haben, die Frage dahingestellt bleiben zu lassen, schöpfte ich unmittelbar aus der Urquelle: אגרת השמד, deren einschlägige, durchaus nicht eindeutig formulierte Wendungen von meinen Vorgängern mit viel grösserer Entschlossenheit gedeutet werden. Ich folgte also weder den ״Anklägern“, noch konnte ich mich durch die von A. Berliner geltend gemachten Beweisgründe ex silentio überzeugen lassen. Die Frage bleibt offen. Darauf erwidert Herr Dr. M. Auerbach: Mit bestem Danke erhielt ich die Zuschrift des Herrn Prof. Dubnow vom lö/L Gern entnehme ich ihr, dass Herr Professor D mit den von mir zitierten Sätzen nicht behaupten wollte, Maimonides habe sich äusserlich zum Islam bekannt. Ich glaubte und glaube, dass das Zitat seinem einfachen 7