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Jeschurun · 1927-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1927) · p. Seite 93

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1927)
Date
1927-01-01
Page
Seite 93 (sequence 97)
Language
German
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Der Dibbuk 93 werden, aber auch der ״Dibbuk“ kann seine Rettung nicht aufgeben• Er beichtet ihm reuevoll alle begangenen Sünden, fleht ihn um Erbarmen an und beschwört ihn, ihn aus dem Körper nicht zu verdrängen. Da aber die Gerechtigkeit Befreiung des Unglücklichen von seinem ״Dibbuk“ verlangt, so vertreibt ihn der Rabbi trotz alledem. Er lebt jetzt, da ihm aile Körper verschlossen sind, als reiner Geist fort — in Ruhe, wenn sein Vergehen nicht gar zu schwer, in Unruhe (im jüdischen Sinne Kaf ha Kela), wenn er sich gar zu sehr versündigt. Welche Seele aber hat sich bei noch lebendem Körper so schwer vergangen, dass sie nach dessen Hinscheiden auf Erden ihr Dasein als Dibbuk fristen muss? Die begangene Sünde muss eine ausserge wohnlich schwere gewesen sein. Noch schlimmer als Moid oder Taufe. Meist sind es solche Vergehen, die sich gegen fremde Seelen gerichtet haben. So wer reine Töchter in den Abgrund der Schande stürzte. Ferner die ״Moss’rim“, das sind Juden, die ihre Mitbrüder fortdauernd mittels falscher Angaben bei der Regierung anzeigten und dadurch die im alten Russland häufigen Judenverfolgungen begünstigten, schliesslich die sog. ״Chapper“, eine unter dem Einfluss der zur Zeit des Zaren Nicolaus des Ersten in Russland herrschenden Regelung der Aushebung zum Militär entstandene Bezeichnung für solche Juden, die um der Geldprämie willen arme oder elternlose Kinder in die russische Armee zu bringen verstanden. (Diese Kinderopfer wurden in ganz jungem Alter ihren ohnmächtigen Angehörigen (meist Mutter, Witwe) entrissen, zuerst im inneren Russland, wo kein freier Jade wohnen durfte, von einer christlichen Familie erzogen und auf diese Weise nach und nach für die Taufe vorbereitet. Wer seinem Glauben dennoch treu blieb, war später, während des Militärdienstes, der 25 Jahre dauerte, den 3chreckliebsten Qualen ausgesetzt und fand am Ende den Märtyrertod). Dem Körper nun, in dem sich der ״Dibbuk66, der böse Geist, öingenistet hat, vermag nur der Wunderrabi zu helfen. Da auch er dies nur unter Anwendung der geheimsten Kräfte vermag, so muss er längere Zeit Kabalahstadien treiben und sich durch Fast-

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