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Jeschurun · 1927-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1927) · p. Seite 82

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1927)
Date
1927-01-01
Page
Seite 82 (sequence 86)
Language
German
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82 Nordfranzösische Klassiker usw. den Platz za räumen gezwungen wurde. So entstand jenes merkwürdige System der Auslegung, das mehr der Philosophie als der Exegese gerecht za werden suchte23. Am prägnantesten kommt dann diese Wendung zum Ausdruck in den Werken der Männer wie Sal. Gabirol (1020- 1076), Bachya Ibn Pakuda (2te Hälfte des 11. Jhts.), Abraham b. Chiya (1065—1136), Jeh. Halevi (1086—1143) und Abraham Ibn Daud (1110—1180). Diese Sichtung ist auch bei dem berühmten Ibn Esra (1092 - 1167) unverkennbar, wenn auch Ibn Esra, wie aus der Vorrede zu s. Pentateuchkommentar hervorgeht, nur bestrebt s8in wollte, den einfachen Schriftsinn festzustellen. Ueberwiegend ist zwar bei ihm das Eingehen auf das Grammatisch״Historische, aber trotz seiner Scharfsinnigkeit und Originalität verhinderte schon seine allzu gedrängte und dunkle Sprache, dass seine Kommentare auch beim Volke Eingang fanden. Um dieselbe Zeit gelangte das Thorastudium zur vollendeten Entwiekelang auch in Frankreich24. Im Süden Frankreichs (in der Provence), namentlich in Narbonne und Toulouse, lebten ausgezeichnete Männer, die sich in erfolgreicher Arbeit auch um die Auslegung der heiligen Schrift bemühten. Zuerst folgte man den Spuren der Agada, die die Geister in ihrem Banne hielt. In Narbonne lebte und wirkte Rabbi Mosche Hadarschan, und in Toulouse R. Jehuda Hadarschan. Reste ihrer Geisteserzeugnisse sind uns 23) Vgl. W. Bacher, ״Die Bibelexegese der jüdischen Beligionsphilosophen des Mittelalters vor Maimuni“, in der Vorrede: ״Sprachwissenschaft und Religionsphilosophie haben in der Blütezeit der jüdischen Geistesentwickelung des Mittelalters die Bibelexegese umgestaltet und auf eine neue, die traditionelle Schriftauslegung verlassende Bahnen geführt. Aber während die hebräische Sprachwissenschaft das richtige Verständnis der heil. Schrift unmittelbar förderte und der Bibelerklärung die unentbehrlichen Mittel an die Hand gab, um den Sinn des Textes zu ergründen .und willkürliche Auf״ fassungen von ihm fernzuhalten, kam für die religionsphilosophische Spekulation das Verständnis der heil. Schrift erst in zweiter Reihe in Betracht, da es ihr vor allem darauf ankam, im biblischen Texte die Bestätigung und Be״ kräftigung ihrer eigenen Ergebnisse su finden“.; 24) Vgl. Afcr. Geiger, Beiträge zur jüdischen Literatur-Geschichte S. 6 L. Zunz, Zur Gesch. d. Literatur, S. 26; L. Löw, 0. c. S. 195.

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