Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 79)
- Language
- German
- Belongs to
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Nordfranzösische Klassiker usw. 77 schiedenen Perioden ihrer Entwickelungיד die kühnsten Flüge im Bereiche der moralischen Erbauung und geschichtlichen Betrachtung, der Symbolik und der Allegorie, oft mit Buchstaben und Worten in eigenartiger Weise operierend, so schenkten uns doch beide auch eine beträchtliche Zahl realer, nüchterner Erklärungen des einfachen Wort- und Sachinhalts. In frühester Zeit schon macht sich ein starkes Streben geltend, den natürlichen, und nur natürlichen Schriftsinn der Bibel zu finden* * * * * * 7 8. Der פשט galt als primär, der דרש als sekundär. Nie durfte der Drasch, auch nicht der halachische, den Pschat völlig verdrängen. Unsere Weisen des Talmuds waren es, die den bekannten Satz prägten: 9אין מקרא יוצא מידי פשוטו. Im Bestreben die Bibel dem Volke näher zu bringen, sie zum wahren Volksbuche zu machen, entstanden so bereits in den frühesten Zeiten10 Bibelübersetzungen 5 jene berühmten Targume, bei denen Uebersetzung und Erklärung in einander fliessen11, welche die ersten scheinlich bedienten sie sich des schriftlichen Gesetzes als Leitfaden, um die Ueberlieferungslehre daran anzukaüpfen, indem sie einerseits die Schrift im Sinne der Tradition auslegten, andererseits durch genaueres Eingehen und tieferes Forschen vermittelst der Auslegungsregeln aas dem Schrift Worte die Traditionslehre ableiteten, die von der Schrift unabhängigen Ueberlieferungen aber an passenden Stellen einstreuten und so an das Schriftwort anlehnten. 7) Vgl. J. Hamburger, Real-Encyklopädie für Bibel und Talmud 8 21 ff. *) Vgl. Talm. Bab. Chullin 6a שמיה דקרא במאי כתיב©; A. M. Lipschitz: ר, שלמה יצחקי (רש״י)/ הוצאת "תושיה׳/ תרע״ב S. 168 ff.; Dr. E. Biberfeld, Zur Methodologie der talmudischen Bibelexegese, Jahrbuch d. Jüdisch-Literarischen Gesellschaft Bd. VI (1908) S. 248 ff. 9) Vgl. auch die Ausführungen Dr. E. Biberfelds im Jahrb. d. Jüd.- Lit. Ges. Bd. VIII S. 355 ff. (Er erklärt diesen Satz wie folgt: ״ein Bibelvers trete nie ganz aus dem Bereich des פשט heraus“). Interessant sind die Ausfahrungen Mal bims, in der Vorrede zu s. Kommentar zum תורת כהנים genannt התורה והמצוה, wo er unter anderem sagt: כל דברי תורה שבע״ס מוכרחים ומוטבעים בפשט הכתוב ובעומק הלשון. t0) Vgl. Sanhedrin 21b: חזרה ונתנה להם בימי עזרא בכתב אשורית ולשון ארמי; Nedarim 37b u. Meg. 8a: מפורש זה תרגום. ls) Vgl. Ned. 37 b מפורש זה תרגום wozu ד מ פרש ליה לקיא :ר״ן. Rabbi Nathan Adler הקדמה כוללת לפירושו נתינה לגר על תרגום אונקלם Buchstabe א; A. Berliner, Targum Onkelos Bd. II 178; Dr. S. Poznansky, מבוא לפירושי להפירושים היותר עתיקים אשר נשתמרו נוכל :VIII ר״א מבלגנצי על יחזקאל ותרי. עשר עמוד לחשוב מלבד התרגומים, את המדרשים ובו׳; vgl. ferner ספר אגרת בקרת des Gaon