Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 63 (sequence 65)
- Language
- German
- Belongs to
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Auslegung von c. 20—29 usw. 68 15. Rute und strafende Zurechtweisung gibt Weisheit; aber ein ausgelassener Knabe macht seiner Mutter Schande1). 16. Wenn sich die Bösewichte mehren, mehrt sich der Frevel; aber die Gerechten schauen ihren Sturz2). 17. Züchtige deinen Sohn, und er wird dir Beruhigung gewähren; er wird deiner Seele Köstliches geben3). 18. Ohne Offenbarung wird ein Volk ungebunden, und wer die Lehre beobachtet, Heil ihm4j! 19. Mit Worten wird ein Knecht nicht erzogen; mag er es auch verstehen, es ist keine Anmutung5). 20. Siehst du einen Mann, der voreilig ist in seinen Worten, — ein Tor hat mehr Hoffnung als er. 21. Wer seinen Knecht von Jugend auf verzärtelt, am Ende wird jener der Schicksalsbestimmer 6). 0 Trotz der schönen Alliteration in Kautzsch’ Uebersetzung: ״Rute uni Rüge“ ist nach Barth, etymol. St. 56 die fortgebildete Bedeutung vorzuziehen: ״R. und strat Znrechtw.“ — Uebrigens vergl. 28,7b, 29,8b. — Der Gegensatz: Weisheit — macht Schande schon in 14, 35. 2) Dieselbe Konstruktion wie hier in b 118,7 b. 3) ״Beruhigung“ nach ihn E., vergl. auch 9. — ״Köstliches“ zur Form vergl. 28,16 und (p 180, 1 Barth, NB l"4c «). Zur Erhaltung des kurzen Vokals der Stammsilbe ist der 3. Radikal geschärft. 4) Vergl. I Sam. 8,1: ״Offenbarung“ ■= ״Wort Gottes“; ״Ungebunden“ in der eigentlichen Bedeutung Num. 5,18. יפרע (Gegensatz zu religio Verbundenheit) wird in K. al usul 587,22ff. als ״uneinig sein“, ״widersprechen“, ״aus dem Wege gehen“ erklärt. 5) ״Worte“ scheinen der ״Offenbarung“ in 18 gegenübergestellt Um Eindruck auf den Kn. zu machen, müsste man schon mit Engelszangen reden wie Mirjam, die Prophetin, die Vorsängerin Ex. 15, 21 ותען. Auch hier 16,1 מענה in der Bedeutung: Das zur Begeisterung Stimmen; ihn. E. übersetzt ״Antwort“; aber Antworten wäre kein vollgiltiger Beweis des ״Erzogen“seins. — Blankenbergs Versuch, nach I, XX zu deuten, phantastisch. 6) Vergl. Jes. 65,12a: m^ni ״Bestimmung“, ״Schicksal“ umanithi und ich ״bestimme“; Ableitang mit Suffix äa in der Bedeutung von meni Barth, NB 197 c ß.— Schliesslich entscheidet der Knecht über Wohl und Wehe des Herrn. Allerdings ist Wechsel des Subjekts peinlich, vergl. Jer. 17,11 mit dem ähnlichen Schlüsse.